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Der zwölfte Spieltag der Bundesliga wurde in der Sinsheimer Arena beendet. Im Sonntagabend-Spiel war die Mannschaft aus Mainz zu Gast im Kraichgau. Seltenheitswert dabei: der Trainer der „Nullfünfer“, Achim Beierlorzer war am vorherigen Spieltag noch für den 1. FC Köln als Trainer tätig und verlor in der Nachspielzeit mit 1:2 gegen Hoffenheim und damit auch seinen Trainerjob in der Domstadt. Nun also ging es für den Fußball-Lehrer mit dem neuen Verein zu eben jenem Gegner. Mit von der Partie auch Adam Szalai, der nach seiner Zeit bei Hoffenheim wieder nach Mainz zurückgewechselt war. Der ungarische Nationalspieler musste sich zunächst allerdings mit einer Rolle auf der Auswechselbank zufriedengeben.
Mit wenig Anlaufzeit und Offensivaktionen versuchten es beide Mannschaften sofort den Gegner zu überraschen. So folgte auf den Kopfball von Moussa Niakhate, der in der zweiten Spielminute knapp am rechten Pfosten vorbeiflog, sofort die Chance von Jürgen Locadia. Dem Niederländer, der zuletzt in allen drei vorangegangenen Spielen getroffen hatte, stellte sich allerdings der Mainzer Schlussmann
Robin Zentner in den Weg und verhinderte den Gegentreffer (2.). In der Zentrale waren die Abstände der
Hoffenheimer zu Beginn allerdings zu weit auseinander. So kamen die Mainzer durch die Zentrale zu
einem Torschuss, der allerdings links am Tor von Hoffenheimer-Keeper Oliver Baumann vorbeirollte (10.).
Die beste Torgelegenheit bis zu diesem Zeitpunkt bot sich allerdings den Gastgebern. Nach einem schnellen Konter konnte Pavel Kaderábek flanken.
Zentner lenkte diese vor Erreichen von Locadia nach vorne ab, fand dort allerdings nur Florian Grillitsch. Der österreichische Nationalspieler leitete zu Sebastian Rudy weiter, doch sein Schussversuch wurde von Pierre Kunde vor der Torlinie geklärt (15.). Auch Fernandes Ribeiro hätte den Schuss blocken können, da er noch hinter Kunde stand.
Das Spielgeschehen verlagerte sich nun in das Mittelfeld. Trotz dieser Tatsache war das Spielgeschehen allerdings nicht langweilig. Dennoch fiel noch das erste Tor der Partie. Wieder war es die Zentrale, in der die Hausherren keinen Zugriff bekamen. So gelangte das Spielgerät zu Levin Öztunali auf die rechte Seite im Strafraum. Robert Skov stand gegen Öztunali, konnte ihn allerdings nicht am Torschuss hindern. So traf der Mainzer aus spitzem Winkel zur Führung in das Tor. Auch Benjamin Hübner, der in der Nähe stand, konnte nicht eingreifen. Wie üblich wurde der Treffer auch vom Video-Assistenten geprüft, es lag aber keine irreguläre Szene vor der Torerzielung vor, der Treffer damit regulär.
Kurz vor der Pause hatte Locadia die Chance per Kopfball zum Ausgleich zu kommen, doch nach dem Freistoß von Skov verfehlte er das Tor knapp links (43.). Nun kam es noch zu einem Review des Video-Assistenten. Ridle Baku kam gegen Sebastian Rudy an der Mittellinie zu spät und musste behandelt werden. Schiedsrichter Bastian Dankert zückte zunächst die gelbe Karte, korrigierte diese Entscheidung allerdings nach Inaugenscheinnahme der Bilder in der Review-Area. Auf den Bildern war zu erkennen, dass Rudy mit vollem Gewicht auf dem rechten Fuß war und Baku mit der Sohle gegen den Knöchel rutschte. Die Gäste aus Rheinhessen ab diesem Zeitpunkt nur noch mit zehn Spielern auf dem Feld (45.).
Trotz Unterzahl gingen die Mainzer allerdings mit der Führung im Rücken in die Pause. Zum Wiederanpfiff hatten die Hoffenheim-Fans in der Südkurve eine besondere Aktion für Szalai vorbereitet. Bei den Fans beliebt dankten sie so für die Spiele und insbesondere die Tore des Stürmers. Kaum hatte der zweite Durchgang begonnen, zappelte das runde Leder wieder im Tor. Vor einer Flanke der Mainzer von der rechten Seite aus bekamen die Hoffenheimer keinen Zugriff auf den ballführenden Spieler. So flog das Spielgerät in die Strafraummitte. Hier rutschte Kaderábek weg, bekam den Ball gegen den Kopf und traf so zum Eigentor (55.).
Nun waren die Hoffenheimer um eine schnelle Antwort bemüht. Um ein Haar hätte Kunde ein Eigentor verursacht, doch Zentner war zur Stelle und konnte
den Ball nach rechts abwehren. Auch gegen Kaderábek behielt der Schlussmann der Gäste die Oberhand behalten. Aus spitzem Winkel verhinderte er so
den Anschlusstreffer für die Gastgeber (59.). Doch statt dem Anschlusstreffer gab es gar den dritten Gegentreffer. In der Offensive verlor Skov den Ball und
so startete die Angriffsmaschinerie der Mainzer. Am Ende war es Kunde, der sich direkt gegen Baumann messen konnte und von der linken Seite aus rechts in das Tor der Hoffenheimer traf. Die Unterzahl der Gäste zu diesem Zeitpunkt nicht zu erkennen.
Für ein Schmunzeln sorgte Taiwo Awoniyi noch vor seiner Einwechslung. Während er sich auf seinen Einsatz vorbereitete, zog er versehentlich das Trikot
von Szalai an. Den Gastgebern wollte auch in der 77. Spielminute kein Treffer in das gegnerische Tor gelingen. Nach einer Flanke von Kaderábek stand
erneut Zentner vor Locadia zur Stelle. Auch mit einer schnell ausgeführten Ecke konnten die Hausherren das Spielgerät nicht im Tor der Gäste unterbringen. Skov spielte zu Andrej Kramaric, der zu Kaderábek flankte, doch dessen Kopfball parierte Zentner abermals. Am Mainzer Schlussmann war kein Vorbeikommen (82.). Dies zumindest bis in die 83. Spielminute. Der Ball landete bei Kramaric, der den Ball gegen einen Gegenspieler in das Gästetor
spitzeln konnte. Der Anschlusstreffer für die Gastgeber.
Der Anschlusstreffer kam allerdings zu spät. Hoffenheim sollte an dem Abend kein weiterer Treffer gelingen. Im Gegenteil. Zunächst scheiterte Awoniyi noch, dessen Schuss links am Tor vorbeiging, doch dann traf Jean-Paul Boetius zum 1:4. Nachdem er durch das Mittelfeld hatte „spazieren“ können, kam Kevin Vogt nicht entscheidend in den Zweikampf. So konnte er den Mainzer nicht am Torschuss hindern, bei dem Baumann ohne Abwehrchance geblieben war (90.). Noch vor dem Spiel hatten die Mainzer Fans „Auswärtssieg“ gerufen. Nun, da das Spiel in die Schlussminuten ging, skandierten sie hingegen „der FSV ist wieder da!“
In diese Rufe hinein trafen die Mainzer sogar zum 1:5 Schlussstand. Als bereits die dritte Minute der Nachspielzeit lief, traf Kunde. Auch hier hatten die Hoffenheimer es nicht geschafft, den Ballführenden Spieler entscheidend zu stören. So musste die TSG die höchste Heimniederlage in der Bundesliga-Historie hinnehmen. In der Tabelle rutscht die Mannschaft von Trainer Alfred Schreuder damit auf Platz acht ab und hat nun eine negative Tordifferenz. Bereits am kommenden Samstag gibt es für die Kraichgauer allerdings schon die Möglichkeit vor heimischen Publikum Wiedergutmachung zu betreiben. Am 13. Spieltag ist die Mannschaft von Fortuna Düsseldorf zu Gast in Sinsheim.
Aufstellungen:
TSG 1899 Hoffenheim:
1 Baumann, 3 Kaderábek, 9 Bebou, 11 Grillitsch, 16 Rudy, 21 Hübner (55. 14 Baumgartner), 22 Vogt (C), 25 Akpoguma (46. 27 Kramaric),
29 Skov, 37 Locadia, 38 Posch (77. 5 Stafylidis)
1. FSV Mainz 05:
27 Zentner, 3 Aaron, 4 St. Juste (90. +1 42 Hack), 5 Boetius, 7 Quaison (86. 6 Latza), 8 Öztunali, 14 Kunde, 19 Niakhate (C), 20 Ribeiro,
21 Onisiwo (74. 22 Awoniyi), 34 Baku
Schiedsrichter: Dankert (Rostock)
Assistenten: Rohde, Häcker
Vierter Offizieller: Leicher
Video-Assistenten: Storks, Fischer
Tore: 0:1 34. 8 Öztunali, 0:2 3 Kaderábek (ET), 0:3 63. 14 Kunde, 1:3 83. 27 Kramaric, 1:4 90. 5 Boetius, 1:5 90. +3 14 Kunde
Zuschauer: 23.129