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Mannschaftlich geschlossen, aber dennoch aus der Champions League ausgeschieden Foto: Fussball Media

Spektakel ohne erhofftes Resultat

 

Alles oder Nichts für die TSG 1899 Hoffenheim in der Champions League. Sollte der Wunsch

von der K.o.-Phase der Königsklasse in Erfüllung gehen, so mussten die Kraichgauer im heimischen Stadion den historisch ersten Heimsieg im UEFA-Wettbewerb feiern. Auf unsere Nachfrage hin teilte der Gäste-Trainer Paulo Fonseca mit, dass er gewinnen wolle. Zwar wolle

er nicht als „Party-Crasher“ fungieren, doch sei das Ziel immer ein Sieg. Auch Maycon, der im Hinspiel gegen die TSG getroffen hatte, gab sich kämpferisch und betonte, dass die Mannschaft immer gewinnen wolle. Auch für die Gäste aus der Ostukraine gab es vor dem Spiel nur eine Marschroute: Gewinnen. Die Mannschaft, die drei Punkte einsammeln könnte, würde schließlich

die Chance auf das Weiterkommen in der Champions League wahren. Doch auch, wenn in der Königsklasse Endstation wäre, so hätte die Siegreiche Mannschaft definitiv das Ticket für die

Europa League gelöst. Ebenfalls ein reizvolles Ziel - nicht nur aus finanzieller Sicht. 

 

TSG-Trainer Julian Nagelsmann hatte vor der Partie prognostiziert, dass es ein offensives Spiel geben werde, da beide Mannschaften auf Sieg spielen müssten. Gewarnt durch das 3:3 am Wochenende in Berlin, als die TSG einen Zwei-Tore-Vorsprung nicht ins Ziel brachte, war die gesamte Defensive gewarnt. Doch auch Innenverteidiger Ermin Bicakcic zeigte sich zuversichtlich. Wie bereits nach dem Heimspiel gegen Lyon sagte der bosnische Nationalspieler, dass er klar

an das Weiterkommen im Wettbewerb glauben würde. Ansonsten bräuchte er schließlich nicht

anzutreten, wenn er keine Hoffnung mehr hätte. Anders, als noch im ersten Gruppenspiel gegen

Manchester City konnte Nagelsmann fast auf alle Spieler zurückgreifen. Außer den

langzeitverletzten sowie dem gelb-rot gesperrten Kasim Adams standen alle Blau-Weißen zur

Verfügung.

 

Zu Spielbeginn hatte „Hoffe“-Trainer Nagelsmann eine Überraschung parat. Anstatt der üblichen

Dreierkette startete die TSG mit einer Viererkette. Waren die ersten zwölf Spielminuten eher von

einem „Abtasten“ auf höherem Niveau geprägt, gerieten die Hausherren allerdings in Hintertreffen.

Kapitän Kevin Vogt war auf der rechten Außenbahn um einen Vorstoß der Gäste zu unterbinden,

überlisteten die Ukrainer den Abwehrchef per Doppelpass. Ismaily lief durch und konnte auch

von Pavel Kaderábek nicht gehalten werden, der für Vogt in die Mitte gerückt war. Der Torschuss

von Ismaily wurde von Havard Nordtveit noch abgefälscht. So konnte Oliver Baumann dem

runden Leder nur hinterherschauen, als dieses in den Tormaschen einschlug (14.). Gerade als

die Hoffenheimer dabei waren, selbst einen Angriff aufzuziehen, kam der nächste Nackenschlag.

Nico Schulz verlor den Ball im Mittelfeld, wonach das Spielgerät auf direktem Weg in den Lauf

des Gästekapitäns Taison gespielt wurde. Der Brasilianer rannte in vollem Tempo auf Baumann

zu und traf mit dem zweiten Torschuss erneut das Ziel (15.). 

 

Die Antwort der Hausherren folgte allerdings prompt. Von Ishak Belfodil mustergültig bedient, kam Andrej Kramaric freistehend vor Torhüter Andriy Pyatov zu

einer Torchance. Der Vizeweltmeister lupfte den Ball über den Schlussmann. Hierbei „küsste“ der Ball noch den rechten Innenpfosten und sprang von dort in

das Gästetor. Der Anschlusstreffer war in der 17. Spielminute gelungen. Donezk, mit diesem Spielstand in der Tabelle an Hoffenheim vorbeigezogen, kam aber weiterhin zu Torchancen. Eine kurz ausgeführte Ecke in der 28. Minute sorgte für große Gefahr für das Tor von TSG-Keeper Baumann. Die Flanke auf den

langen Pfosten landete bei Júnior Moraes, doch der Kopfball des Offensivspielers flog links am Tor vorbei. Lange Zeit blieb es in der Folge ruhiger vor den Toren.

Als Kaderábek allerdings den Ball von der rechten Außenbahn aus in die Mitte brachte, wurde das runde Leder nur zum Elfmeterpunkt hin geklärt. Dort stand

Steven Zuber goldrichtig und köpfte über alle Spieler hinweg in das Tor. Wie Stadionsprecher Mike Diehl sofort ansagte: „Wir sind wieder voll da!“

 

TSG wieder in Unterzahl

 

Die zweite Halbzeit startete ohne größere Torchancen, wobei die Hoffenheimer etwas besser aus der Kabine kamen. Adam Szalai erwies seiner Mannschaft

allerdings einen Bärendienst. In der 58. Spielminute wurde er nach einem Zweikampf mit Viktor Kovalenko von Schiedsrichter Ivan Kruzliak mit der gelben Karte verwarnt. Nur eine Minute später ging er im gegnerischen Strafraum rüde mit gestrecktem Bein gegen Mykola Matvienko in den Zweikampf - die Konsequenz die Ampelkarte (59.). Wie bereit in Lyon die Kraichgauer damit in Unterzahl. Doch bei der Mannschaft aus der Ligue 1 hatten die „Nagelsmänner“ bereits unter Beweis gestellt, dass sie auch in Unterzahl Tore erzielen können. So glückte der Ausgleich nach einem Zwei-Tore-Rückstand. „Hoffe“ versuchte es nun aus der Distanz. Zunächst flog der Schuss von Kramaric über das Tor (67.), dann prallte der Schuss von Zuber von der Latte zurück ins Spielfeld (68.). 

 

Die Hoffenheimer Fans hatten in der 79. Spielminute den Torjubel bereits auf den Lippen. Reiss Nelson, gerade für den Torschützen Zuber eingewechselt, setzte

sich auf der linken Außenbahn durch, zog in den Strafraum und passte zu Belfodil. Dieser konnte das Spielgerät im Liegen zurücklegen, doch der Schuss von

Schulz flog links am Tor vorbei. Gleiches Spiel, allerdings von der rechten Außenbahn gab es in der 81. Minute. Kaderábek zog in den Strafraum hinein, legte uneigennützig zu Nelson zurück, doch sein Schuss flog ebenfalls links am Tor vorbei. Um ein Haar hätte sich die mangelnde Chancenauswertung gerächt.

Als Donezk in der 82. Spielminute zu einer Doppelchance kam, rettete zunächst der rechte Pfosten für die TSG und im Nachschuss Baumann mit dem

rechten Fuß. 

 

Kurz bevor die Nachspielzeit der Begegnung angebrochen war, kamen die Gäste erneut zu einer Torgelegenheit, doch wieder war es der rechte Pfosten, der für

die Hausherren rettete (90.). Doch nun kam es, wie es kommen musste. Über links wurde Taison sieben Meter vor dem Hoffenheimer Tor angespielt, konnte

sich drehen und zur erneuten Führung treffen (90. +2). Die Hoffenheimer versuchten es weiter, doch auch die verlängerte Nachspielzeit sollte nicht für den

erneuten Ausgleichstreffer reichen. So blieb es bei der Heimniederlage. Die TSG ist damit sicher aus der Champions League ausgeschieden. Zudem müsste

„Hoffe“ nun in Manchester gewinnen und Donezk gleichzeitig zu Hause gegen Lyon verlieren, um zumindest in der Europa League überwintern zu können.

 

Aufstellungen:

 

TSG 1899 Hoffenheim:

1 Baumann, 3 Kaderábek, 4 Bicakcic, 6 Nordtveit (84. 11 Grillitsch), 10 Demirbay, 16 Schulz (84. 32 Grifo), 17 Zuber (77. 9 Nelson), 19 Belfodil, 22 Vogt (C),

27 Kramaric, 28 Szalai

 

FC Schachtar Donezk:

30 Pyatov, 6 Kryvtsov, 5 Khocholava, 6 Stepanenko (76. 21 Alan Patrick), 7 Taison (C), 10 Júnior Moraes, 22 Matviyenko, 27 Maycon, 31 Ismaily,

74 Kovalenko (84. 9 Dentinho), 94 Danchenko (90. +4 2 Butko)

 

Schiedsrichter: Kruzliak (SVK)

Assistenten: Smolani (SVK), Hancko (SVK)

Vierter Offizieller: Mokos (SVK)

Torlinien-Schiedsrichter: Kralovic (SVK), Glova (SVK)

 

Tore: 0:1 14. 31 Ismaily, 0:2 15. 7 Taison, 1:2 17. 27 Kramaric, 2:2 40. 17 Zuber, 2:3 90.+2 7 Taison

 

Zuschauer: 22.920

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