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Ronny Zimmermann erläutert die Neuerungen beim Video Assistenten Foto: Fussball Media

Mehr Transparanz - Neuerungen beim Video Assistenten

 

In der Frankfurter DFB-Zentrale informierten DFB und DFL über Neuerungen zum Video Assistent Referee.

Die erste Neuerung ist eine Personalie. Dr. Jochen Drees wird ab Oktober neuer fachlicher Projektleiter für den Bereich Video-Assistent. DFB und DFL sind wichtig, dass beim Video Assistenten mehr Transparenz herrscht. Hierbei wies Ronny Zimmermann, DFB Vizepräsident für Schiedsrichter, allerdings auch auf die Wahrnehmung des Video Assistenten hin. War die Erwartungshaltung in der abgelaufenen Spielzeit noch die, dass keine Fehler passieren, war dies bei der Weltmeisterschaft komplett anders. Hier hatten viele damit gerechnet, dass es ein vollkommenes Durcheinander geben würde. Demnach waren in der Bundesliga so viele negative Stimmen zu hören, während bei der WM viel positiver Zuspruch zu vernehmen war. 

 
Wichtig ist bei den Neuerungen auch, dass der Schiedsrichter klar als „Chef“ auf dem Platz wahrnehmbar ist.
War zur vergangenen Spielzeit noch angedacht, dass der Assistent unterstützend eingreift, so ist nun wichtig,
dass der Schiedsrichter durch Einsicht von Spielszenen in der Review-Area als „Entscheider“ gesehen wird und nicht als ausführendes Organ von Leuten, die irgendwo in einem Raum sitzen. Auch Lutz Michael Fröhlich,
der sportliche Leiter für die Elite-Schiedsrichter, merkte an, dass die Anwendung des Video Assistenten in der Rückrunde besser lief, als dies noch in der Hinrunde war. Im Hinblick auf die Referenzwerte, die die FIFA
während der WM erhoben hatte. Hier seien diverse Werte des Video Assistenten auf einem ähnlichen Niveau
wie bei der WM. Bei der Dauer der Entscheidungen liegt die Bundesliga mit knapp unter einer Minute sogar
unter der Dauer bei der WM. Allerdings sei die Geschwindigkeit kein Punkt, an dem zwingend angesetzt
werden soll. Es muss die Qualität der Entscheidung im Vordergrund stehen, nicht die Geschwindigkeit.
Dr. Jochen Drees Foto: Fussball Media

 

 

 

Dr. Jochen Drees erläuterte zudem die Art und Weise, durch die die Zuschauer im Stadion und auch an den

TV-Geräten über die Überprüfung von Spielsituationen informiert werden. Anders als es bei der WM der Fall

war, als die FIFA Zugriff auf alle Video-Leinwände in den Stadien hatte, sind die Video-Leinwände in den Bundesliga-Stadien dezentral über die jeweiligen Stadion Regien gesteuert. Ebenfalls liegt ein Problem in

der Qualität der Leinwände vor. Hierdurch könnte es zum Teil dazu kommen, dass eine schlechte Qualität der bereitgestellten Bilder über die Leinwand zu Missverständnissen oder gar einer Fehlinterpretation führen

könnte. Den Lizenznehmern für die Live-Verwertung der TV Bilder, in Deutschland also skyund Eurosport,

stünden diese Informationen ebenfalls zur Verfügung. Hier würde, identisch wie bei der WM, eine Dreiteilung

des TV Bildes erfolgen. Bisher waren nur das Basissignal und ein Bild aus dem Video Assist Center (VAC)

zu sehen. Nun werde auch der Schiedsrichter gezeigt. 

 

Musterdarstellung der Stadionanzeige

Eine weitere Hilfestellung sei ebenfalls, dass den Video Assistenten zur neuen Spielzeit auch eine kalibrierte Abseitslinie vorliegt. Bereits seit Beginn der Zweitliga-Saison werden pro Spieltag 10 Schiedsrichter geschult. Derzeit findet eine offline Testphase des Video Assistenten in der 2. Bundesliga statt. Nach den durchgeführten Tests wird dann mit den 18 Vereinen analysiert, wie die Tests abliefen. Es war ebenfalls der Wunsch der

Zweitliga-Vereine, eine Testphase zu starten. Ansgar Schwenken, bei der DFL für Fußball-Angelegenheiten zuständig, verriet ebenfalls, dass ein neues Kommunikationsanbieter zum Zug kommt. Die Erfahrung habe

gezeigt, das Verbesserungspotential bei der Kommunikation gegeben war. Hier wurde nun mit einem

Wuppertaler Unternehmen, das zum Teil auch Formel 1 Rennställe mit Kommunikationsmitteln ausstattet,

ein neuer Anbieter gefunden. Hier erwähnte Schwenken scherzhaft, dass das Unternehmen also mit lauten Umgebungen vertraut sei. Erstmals werden die Änderungen bereits am Sonntag zum Einsatz kommen.

Im Supercup zwischen Eintracht Frankfurt und dem FC Bayern München stehen alle Neuerungen zur Verfügung. 

Dr. Markus Merk Foto: Fussball Media

 

 

 

Bei der Pressekonferenz war ebenfalls Dr. Markus Merk anwesend. Der frühere FIFA Schiedsrichter, der

bei sky als Experte tätig ist, befand sich unter den Zuhörern und folgte den Erläuterungen. Nach dem Spiel war

er aber ebenfalls ein gefragter Gesprächspartner. So erläuterte er, dass er es als sinnvoll findet, dass die

Bilder nicht auf den Videoleinwänden zu sehen wären. Hierbei merkte er aber - neben der Problematik der technischen Umsetzung - an, dass manche Szenen durch die Befangenheit der Regien falsch gezeigt

werden könnten. Hierdurch könnte die Stimmung in den Stadien schnell kippen. Alles in allem begrüßt

Dr. Merk aber die Neuerungen. Die Neuerungen, die auch der Transparenz förderlich sind, seien der

richtige Weg. 

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