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Entgegen dem ursprünglich angesetzten Spieltermin, der witterungsbedingt ausfallen musste, hatte
das Wetter beim Nachholtermin ein Einsehen. Deutlich über 20 Grad verzeichnete das Thermometer im Hoffenheimer Stadion. Die Statistik spricht eine klare Sprache und das zugunsten der Mannschaft von Trainer Ehrmann. In neun Spielen konnten die Hoffenheimer Frauen sechs Partien für sich entscheiden, ein Duell endete Unentschieden, nur zwei Mal gab es keine Punkte. Zudem landete die TSG 18 Treffer, Essen zwölf. Mit 30 Treffern in neun Spielen, was einem Schnitt von 3,3 Toren entspricht, standen die Vorzeichen gut, dass die Zuschauer, die den Weg in das Hoffenheimer Stadion gefunden hatten, mit
Toren belohnt würden. Auch das womöglich ein gutes Omen für die TSG-Offensive. Blieben die Kraichgauerinnen in den bisher gespielten Partien in der Allianz Frauen-Bundesliga im
Kalenderjahr 2018 noch ohne eigenen Torerfolg, stand die „Null“ für die TSG noch in keinem einzigen
der neun Duelle mit den Essenerinnen.
Vor dem Spiel, das TSG-Stürmerin Billa aufgrund von Antibiotika-Einnahme verpasste, musste auch die SGS Essen, die am Spieltag selbst fünf Stunden lang angereist war, eine Änderung vornehmen.
Zunächst war Dallmann eingeplant, doch die Nationalspielerin verletzte sich beim Warmmachen. So
war Trainer Kraus gezwungen, Knaak von Beginn an spielen zu lassen. Kaum hatte das Spiel
begonnen, da zappelte der Ball im Tor. F. Dongus erlöste die Hoffenheimerinnen und erzielte bereits in
der dritten Spielminute das erste Tor im Kalenderjahr 2018. Kaum war der Torjubel verstummt, da
brandete dieser erneut auf. Die TSG-Frauen erwiesen sich als effektive Mannschaft. Mit dem zweiten Torschuss erzielte Rall ihr zweites Saisontor und stellte mit dem 2:0 auf ein etwas sichereres Ergebnis (10.). Zunächst hatten die Zuschauer noch gebangt, da das runde Leder bereits wegschien, doch der
Ball von Linder kam bei Rall an, die die „Kugel“ versenkte.
Die TSG-Offensive ging daraufhin munter weiter. „Hoffe“ ging mit Spielfreude zu Werke und zeigte ein sicheres Kombinationsspiel. Über Linder wurde nun
F. Dongus angespielt, diese wiederrum ließ für Steinert prallen und die Defensivspielerin zog ab. Der Versuch in der 19. Minute flog allerdings links hoch
am Gästetor vorbei. Nun kam aber Essen in die Partie und erzielte durch Schüller den Anschlusstreffer zum 1:2 (26.). Sollte nach dem Viererpack bei der Nationalmannschaft ein weiteres Torfeuerwerk durch die Essenerin folgen? Mitnichten. Trotz der Umstellung der Gäste auf ein 4-1-4-1, auf die
Trainer Ehrmann umgehend reagierte, ging in Halbzeit eins nicht mehr viel. Nachdem sich die bereits gelb verwarnte Specht in der 37. Spielminute ein
weiteres Foulspiel leistete und von der Schiedsrichterin ermahnt wurde, wurde Harsch zum Aufwärmen geschickt, der Wechsel in der 43. Minute vollzogen.
Zur Halbzeit blieb es bei der 2:1 Führung der Gastgeberinnen, die damit auf einem guten Weg zu drei weiteren Punkten waren.
Der zweite Durchgang startete verhaltener. Ebenfalls leisteten sich beide Mannschaften zusehends Unachtsamkeiten im Aufbauspiel, wodurch kein Profit
aus dem einen oder anderen Konter geschlagen werden konnte. So kam es erst in der 66. Minute zum ersten Torschuss während der zweiten 45 Minuten.
Rall zog ab, doch ihr Schuss wurde über die Latte gelenkt. Um ein Haar der zweite Treffer des Tages für die Offensivspielerin. Wieder bewies sich die alte Floskel, die die Folge von ausgelassenen Chancen betrifft. So war es Steinert, die ihre Mannschaften vor dem Ausgleich bewahrte, als sie das Spielgerät
per Kopf auf der Torlinie klärte (76.). Zum Ende der zweiten Halbzeit wollten beide Mannschaften noch einmal. Schüllers Schuss in der 82. Spielminute flog links am Tor vorbei. Kamen Essener Schüsse auf das Tor, so war Torhüterin Abt im Weg. Die Schlussfrau der Kraichgauerinnen flog und klärte so einen Distanzschuss von Knaak (85.).
Der Schlusspunkt war aber der eingewechselten Harsch vorbehalten. Aus der Distanz überlistete sie Weiß und sorgte damit für die Vorentscheidung (90.). Trotz weiterer Versuche der Gäste brannte bei der TSG nichts mehr an und die Mannschaft von Trainer Ehrmann durfte sich über die ersten Tore und den
ersten „Dreier“ im Kalenderjahr 2018 freuen. Ob dem Ergebnis zeigte sich der Essener Trainer Kraus „extrem enttäuscht“. Gerade das seine Mannschaft
„die ersten 20 Minuten noch im Bus“ war, stieß ihm auf. So groß die Enttäuschung bei Kraus war, so groß war die Freude bei Ehrmann. Dass die Hoffenheimerinnen „gut in die Zweikämpfe“ gekommen waren und „fast alle gewonnen hatten“, war der Schlüssel zum Erfolg. Torhüterin Abt erhielt zudem
ein Lob des TSG-Trainers, da sie „gut pariert“ hatte. Als einziges Manko könne man festhalten, dass die Entscheidung nicht noch früher gefallen war.
Dennoch habe die Mannschaft „endlich drei Dinger rausgehauen“.
Aufstellungen:
TSG 1899 Hoffenheim:
27 Abt, 2 Linder, 4 Specht (43. 17 Harsch), 6 Lattwein, 8 Rall, 13 Hartig (C) (71. 9 Schaber), 19 Steinert, 21 Pankratz, 26 Howard, 32 T. Dongus,
33 F. Dongus (87. 12 Breitner)
SGS Essen:
1 Weiß, 4 Feldkamp (86. 22 Brüggemann), 7 Freutel, 8 Wilde, 16 Klasen, 18 Ostermeier (61. 11 Ioannidou), 21 Lehmann (C), 23 Doorsoun-Khajeh,
24 Schüller, 27 Hegering, 33 Knaak
Schiedsrichterin: Stolz (Pritzwalk)
Assistentinnen: Depta, Haupt
Tore: 1:0 3. 33 F. Dongus, 2:0 10. 8 Rall, 2:1 26. 24 Schüller, 3:1 90. 17 Harsch
Zuschauer: 240