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Am Samstagnachmittag waren die Wolfsburger zu Gast in der Sinsheimer
Rhein-Neckar-Arena. Fanden die Gastgeber mit dem 2:0 Auswärtssieg aus
der Vorwoche wieder zurück in die Spur, sind die Autostädter mitten im Abstiegskampf. Im Heimdebüt von Neu-Trainer Labbadia mussten die
Wolfsburger eine 1:2 Heimniederlage hinnehmen. Zudem wurde William mit
einer gelb-roten Karte vom Platz gestellt und stand damit in der Innenverteidigung nicht zur Verfügung. Um weiter den Blick in Richtung der Europa League in der kommenden Saison richten zu können, war ein Heimsieg der Hausherren schon fast als Pflicht zu bezeichnen. Die Unterstützung der Fans hatte die Mannschaft von Trainer Nagelsmann nach den „Unstimmigkeiten“ nach dem vergangenen Heimspiel gegen Freiburg dabei lautstark sicher.
Von Beginn an zogen die Hoffenheimer ihr Ballbesitzspiel auf und versuchten auch den Torgaranten der vergangenen Spiele, Kramaric, zu bedienen.
Wolfsburg hingegen versuchte im Ballbesitz Ruhe in die Partie zu bringen
und über ein sicheres Kombinationsspiel ins Angriffsdrittel zu gelangen und Nadelstiche zu setzen. Den ersten Nadelstich aber setzten die TSG’ler in
Person von Kaderábek, der von Kramaric per Flanke bedient wurde. Der ehemalige
Hoffenheimer Casteels hatte allerdings keine Abwehrprobleme beim
Schuss des Außenbahn-Spielers (5.). Die Flanken fanden in der Anfangsphase
die vorhergesehenen Abnehmer. Auch wenn Gnabry die Vorlage von Schulz in
der 8. Spielminute nicht erreichte und die Torchance damit dahin war.
Kramaric versuchte nun per Freistoß zu treffen. Was gegen Freiburg geklappt hatte, war zunächst aber nicht von Erfolg gekrönt. Die Richtung stimmte
zwar, doch Casteels war im „Torwart-Eck“ zur Stelle und hielt das Spielgerät fest (12.). Auch ein schnell vorgetragener Angriff führte nicht zu dem
gewünschten Ergebnis. Aus der eigenen Hälfte schaffte es Geiger mit einer sehenswerten Spieleröffnung Kaderábek auf der rechten Außenbahn zu
bedienen. Der Tscheche bediente Kramaric, doch wieder einmal war es Casteels, der zupackte und den Treffer verhinderte (15.).
Nun war es aber doch soweit. Die Hausherren belohnten sich für ihre bis dahin gezeigten Offensivkationen. Von Gnabry an der Strafraumkante geschickt,
lief Grillitsch ein und konnte den Ball querlegen. Zwar war Casteels noch am Spielgerät, doch der Belgier konnte dieses nur ablenken. So stand Schulz
am langen Pfosten parat und konnte das runde Leder zur Führung einschieben (18.). Das Spiel kannte weiter nur eine Richtung, die zum „Wölfe“-Strafraum
hin. So wusste sich Bruma nur mit einem Foul an Kramaric zu helfen, der einen Freistoß links vor dem Strafraum zur Folge hatte. Der Freistoß des Kroaten
wurde aber von der Mauer geblockt (22.). In der 23. Minute leitete Grillitsch erneut eine Torchance ein. Sein hoher Pass auf Kaderábek legte der zu diesem Zeitpunkt fast ausschließlich in der Offensive eingebundene Spieler auf Rupp ab, doch ein Wolfsburger konnte den Ball in höchster Not zu einer Ecke klären. Wieder einmal war es für Kramaric an der Zeit für einen offensiven Akzent zu Sorgen. Der Kroate ließ im Strafraum gleich zwei Gegenspieler stehen und
konnte auf das Tor schießen, doch auch bei dem Versuch fehlte dem Angreifer das notwendige Fortüne, da das Spielgerät zu einer Ecke abgefälscht
wurde (26.).
In den ersten 30 Minuten kamen die Gäste aus Niedersachsen kaum aus der eigenen Hälfte heraus. Wenn sich die Hausherren einen Vorwurf machen mussten, dann ausschließlich die mangelnde Chancenverwertung. So blieb auch eine von Kramaric eingeleitete Gelegenheit in der 32. Spielminute
ungenutzt. Der Kroate ließ seinen Gegenspieler ins Leere grätschen, setzte Gnabry in Szene, doch der Mittelfeldspieler traf nur die Latte und am rechten Pfosten konnte Bruma klären. Der Klärungsversuch landete aber wieder bei Kramaric der abzog. Wieder war es Bruma, der sich in den Schuss stellte und
so den zweiten Treffer des Tages verhinderte. Weiter lief die Angriffsmaschine der Kraichgauer. Nach einer Ecke, die auf Akpoguma geschlagen wurde,
legte der Verteidiger per Kopf auf Geiger ab. Dieser köpfte auf das Tor, doch am kurzen Pfosten hatte Verhaegh aufgepasst und rettete.
Geiger war auch an der nächsten Offensivaktion beteiligt. Mit vollem Körpereinsatz grätschte er vor Knoche den Ball zu Kramaric. Dem „Goalgetter“ blieb in
der Folge aber zu viel Zeit zum Überlegen. Der Versuch, den Ball an Torhüter Casteels ins lange Eck vorbeizuzirkeln, misslang. Der Belgier hatte wieder
einmal die Finger am runden Leder und lenkte dieses so zu einer Ecke ab (40.). Für den jungen Mittelfeldspieler ging es danach allerdings nicht weiter. So wurde der Mosbacher unter aufmunternden Rufen von der Südtribüne ausgewechselt und durch den Routinier Polanski ersetzt (43.). Auch wenn sich das Spielgeschehen vor dem Pausenpfiff in die Hoffenheimer Hälfte verlagerte, sprang dabei keine Torgelegenheit für die Gäste heraus. So ging es mit einer verdienten Führung in die Halbzeitpause, auch wenn die Führung höher hätte ausfallen können, wenn nicht sogar müssen.
Fast direkt nach dem Wiederanpfiff stießen die beiden eingewechselten Spieler aneinander - Polanskis Schulter und Brekalos Kopf. Der Wolfsburger musste behandelt werden und konnte zunächst weitermachen, in der 54, Spielminute war dann allerdings Schluss für den Kroaten, der wieder ausgewechselt werden musste. Hatten die Wolfsburger im ersten Durchgang kaum den Weg in die Hoffenheimer Hälfte gefunden, so änderte sich dies zusehends zu Beginn der zweiten 45 Minuten. Auch wenn die Angriffsbemühungen nicht zwingend und ohne Torschuss vonstatten gingen, so musste man um den Ertrag für den Aufwand bei den Hoffenheimern fürchten. In der 58. Spielminute fand die Partie allerdings die gewohnte Spielrichtung wieder. Grillitsch schickte Schulz, doch Verhaegh war rechtzeitig zur Stelle und konnte auf Kosten einer Ecke klären.
Auch die Statistik sprach eine eindeutige Sprache. Elf zu drei Torschüsse standen nach 60 Minuten auf dem Tableau. Die beste Chance in Durchgang zwei
bot sich der TSG unmittelbar nach einem Wolfsburger Eckball. Baumann fing den Ball ab, schlug diesen lang zu Gnabry, woraufhin sich die Bayern-Leihgabe
in den Vorwärtsgang bewegt. Von der Strafraumkante aus spielte Gnabry den Ball zu Rupp, der mit der Hacke auf Kramaric weiterleiten konnte. Ehe der
Kroate aber schießen konnte, konnte ein Wolfsburger zu einer Ecke klären (65.). Dies war gleichzeitig die letzte Aktion für Kramaric der von Uth ersetzt
wurde und damit den fünf vorangegangenen Partien, in denen er immer traf nicht die sechste folgen lassen konnte (66.). Auch bei den Ecken blieb sich die
TSG treu. Gnabrys Hereingabe flog an Freund und Feind vorbei (66.).
Um ein Haar wären die Hoffenheimer in der 71. Spielminute für die mangelnde Chancenauswertung bestraft worden. Malli konnte den Ball im Strafraum zu Didavi querlegen, doch der Stürmer traf - für Hoffenheim glücklich - nur das Außennetz. Die Gastgeber durften in der 76. Minute dann aber doch noch einmal jubeln. Nach einem Pass von Uth zog Gnabry vor der Strafraumkante ab und versenkte das Spielgerät in der rechten unteren Ecke. Nun machten die Hausherren endgültig den Deckel auf die Partie. Gnabry konnte den Ball von der linken Seite in den Strafraum bringen, indem er Bruma tunnelte. Vor dem
Tor versuchte Knoche vor Kaderábek zu klären, schoss dabei allerdings Guilavogui an, der keine Reaktionszeit hatte und so in das eigene Tor traf (80.).
Pünktlich pfiff Schiedsrichter Gräfe die Partie ab und Spieler und Fans durften sich über den zweiten „Dreier“ in Folge freuen. Anders als vor 14 Tagen, als
fast kein Spieler der TSG den Gang zur Südkurve antrat, standen diesmal alle Akteure vor den treuesten Fans. Vereins-Mäzen Hopp resümierte kurz und bündig, dass es ein „glanzvoller Sieg“ gewesen sei. In der kommenden Woche geht es für Hoffenheim nach Mönchengladbach. Wie Kaderábek prophezeite, steht dort ein „Sechspunktespiel“ an. Dem wollte sich Torschütze Schulz nicht anschließen. Für ihn sei das Spiel bei seinem ehemaligen Verein etwas Besonderes, da er noch alle kenne. Trotz des Sieges hüllten sich die übrigen Spieler in Schweigen, so sie den Gang durch die Mixed Zone antraten. So
sagte Uth nur: „ich habe heute nicht so viel zu erzählen“.
Aufstellungen:
TSG 1899 Hoffenheim:
1 Baumann, 3 Kaderábek, 7 Rupp, 11 Grillitsch, 16 Schulz, 21 Hübner, 22 Vogt (C), 25 Akpoguma, 27 Kramaric (66. 19 Uth), 29 Gnabry,
32 Geiger (43. 8 Polanski)
VfL Wolfsburg:
1 Casteels, 3 Verhaegh (C), 5 Bruma, 6 Bazoer, 10 Malli (82. 8 Steffen), 11 Didavi, 14 Origi (42. 21 Brekalo / 54. 9 Dimata), 22 Mehmedi, 23 Guilavogui,
31 Knoche, 37 Rexhbecaj
Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)
Assistenten: Sinn, Assmuth
Vierter Offizieller: Winkmann
Video-Assistenten: Stark, Alt
Tore: 1:0 18. 16 Schultz, 2:0 77. 29 Gnabry, 3:0 80. 23 Guilavogui (ET)
Zuschauer: 25.550