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Harder erzielte das Tor des Tages Foto: Fussball Media

Hoffenheim spielt engagiert, muss sich aber geschlagen geben

 

Zum Abschluss des zwölften Spieltages waren die Wölfinnen zu Gast in Hoffenheim. Die Tabellenführerinnen aus Niedersachsen wollten auch im Kraichgau einen „Dreier“ einfahren und die Vorzeichen hierfür standen nicht schlecht. Hoffenheim konnte gegen den VfL nie gewinnen. Pünktlich zu dem Spiel hatte auch das Wetter ein Einsehen. Gab es am Vortag Schneefall, so strahlte die Sonne über dem Stadion. Der erste Angriff der Partie war den Gastgeberinnen vorbehalten. Über die rechte Angriffsseite machte sich Linder

auf den Weg. Die Hoffenheimerin wurde allerdings von Maritz bedrängt, so dass der Ball schlussendlich im

Toraus landete (12.).

 

Die TSG machte nun die rechte Außenbahn als probates Mittel aus. Nach einer schönen Ballstafette geriet

F. Dongus der Schuss aber zu lang, so unterband Schult den Angriff (14.). Kaum war diese Offensivaktion allerdings vergangen, da kamen die Gäste zu einem Eckball. Waren Standardsituationen zuletzt im

DFB-Pokal für das Ausscheiden der Hoffenheimerinnen verantwortlich, war wieder Gefahr geboten.

Die Ecke wurde auf den langen Pfosten geschlagen und dort stand Top-Torschützin Harder goldrichtig.

Die dänische Nationalspielerin erzielte im zwölfte Ligaspiel ihr zwölftes Saisontor (15.). Linder, die bei

Harder stand, konnte den Treffer nicht verhindern. Nun dauerte es bis in die 31. Spielminute, ehe erneut Torgefahr geboten war. Billa wurde im VfL-Strafraum in Szene gesetzt, doch Schult verhinderte mit einer super Parade den Ausgleich für Hoffenheim.

 

Auch in der 36. Minute versuchte sich die TSG in der Offensive. Der Steilpass von F. Dongus geriet allerdings zu lang, so dass Billa den Ball nicht erreichen konnte. Die Gäste blieben aber weiterhin

gefährlich. Der Distanzschuss von Hansen wurde aber von Abt gehalten (41.). Ein Schreckmoment blieb

den Hausherrinnen nicht erspart. An der Hoffenheimer Strafraumgrenze wollte Howard den Ball klären,

Popp aber artistisch in Richtung Tor schießen (44.). Popp erwischte mit dem Seitfallzieher allerdings nicht das Spielgerät, sondern die schottische Nationalspielerin, die liegen blieb und behandelt werden musste. Während Popp von der Unparteiischen die gelbe Karte gezeigt bekam, konnte Howard weitermachen.

 

Nach der Pause wechselte TSG-Trainer Ehrmann. Für Hartig kam die neue Nationalspielerin Beck in die Partie (46.). Beck war auch an der ersten Aktion in der zweiten Halbzeit beteiligt. Der Flankenversuch landete allerdings bei VfL-Torhüterin Schult (47.). Dagegen war mit der nächsten Wolfsburger Aktion Gefahr für das Tor von Abt geboten. Das Spielgerät landete allerdings - glücklich für Hoffenheim - auf dem Tor (49.). Den nächsten Torschuss von Harder konnte Steinert in der 50. Spielminute verhindern, ehe die dänische Nationalspielerin eine Minute später knapp verzog. Der Ball flog am rechten Pfosten vorbei (51.). Auch die Wolfsburgerinnen mussten kurz zittern, nachdem Gunnarsdottír in der 55. Minute liegen blieb und behandelt

werden musste, konnte sie aber auch weitermachen.

 

Bei Standardsituationen blieben die Gäste weiterhin gefährlich. Wieder war es Harder, die nach einem

Eckball zum Torabschluss kam. Der Ball aber flog knapp links über das TSG-Tor (59.). Nun blieb auch Popp

liegen, konnte aber wie Howard und Gunnarsdottír zuvor weitermachen. Gunnarsdottír war es auch, die eine

flache Hereingabe von Linder klären konnte, ehe es im Wölfinnen-Strafraum zu einer Chance für die TSG

kam (68.). In der 69. Spielminute waren die Wolfsburgerinnen mit dem Glück im Bunde. Zunächst rettete der

Pfosten, dann klärte Blässe den Ball. Die erneute Ausgleichschance für die Hoffenheimerinnen. Nun nahm die

Partie Fahrt auf. Steinert konnte den Angriff der Wolfsburgerinnen unterbinden. Beherzt warf sich die

Defensivspielerin in den Schuss von Hansen (71.). Hoffenheim hatte aber ebenfalls eine Chance auf das Tor.

Beck kam nach einer Ecke zum Kopfball, doch das runde Leder flog links am Tor vorbei (85.). Als die vierte

Offizielle die Tafel hochhielt, auf der die Nachspielzeit mit drei Minuten angegeben war, war TSG-Trainer

Ehrmann bedient. Da der Fußball-Lehrer mit einer höheren Nachspielzeit rechnete, rief er verärgert das ist

doch ein Witz!

 

Nach dem Spiel hielt Wolfsburg-Trainer Lerch fest, dass es das erwartet schwere Spiel war. Auch das Passspiel konnten die Wölfinnen nicht wie gewohnt aufziehen. Daher war Lerch nicht mit der ersten Halbzeit zufrieden. Auch wenn das Tor wichtig für den VfL gewesen wäre, versäumte es die Mannschaft

den zweiten Treffer nachzulegen. Vor allem wüssten alle, dass wir einiges bessermachen können. TSG-Trainer Ehrmann hielt fest, dass Wolfsburg zwar

nicht alles so gut gemacht hätte wie sonst, hob aber hervor, dass dies aber auch an seiner Mannschaft gelegen hätte. Gerade die disziplinierte Leistung

von uns hätte zu einer „chancenarmen ersten Halbzeit geführt. Da Wolfsburg das zweite Tor treffen wollte, kam die TSG zu Kontermöglichkeiten. Es sei

vor allem sichtbar" gewesen, dass wir uns nicht so leicht auseinandernehmen lassen. Gerade nach der 0:6 Hinspiel-Pleite sei die knappe Niederlage

deutlich besser gewesen. Auch, wenn sich die Mannschaft für das Lob nach der beherzten Leistung nichts kaufen kann.

 

Die Länderspielpause, die nach dem nächsten Spieltag ansteht, sei für die Mannschaften und die Trainer nichts Neues. Wolfsburg-Trainer Lerch hob aber hervor, dass es etwas Besonderes für die Spielerinnen sei, für ihr Land spielen zu dürfen. Für die Spielerinnen, die nicht mit den diversen Nationalmannschaften unterwegs wären, ginge es darum, die Belastung zu steuern. Nach der Dreifachbelastung sei dies immens wichtig. Ehrmann

pflichtete seinem Pendant zu. Auf Neu-Nationalspielerin Beck angesprochen sagte er zwar, dass er auch froh sei, dass er einen Anteil daran hätte, merkte

aber an, dass das Trainerteam nicht nur aus ihm bestünde. Es sei für alle aber eine Belohnung, wenn Spielerinnen von der TSG für die Nationalmannschaft berufen werden würden. Egal ob es nun Beck mit Deutschland wäre oder auch Billa mit Österreich. Beck hingegen gestand, dass sie es erst gar nicht

glauben konnte, als sie erfuhr, dass sie für die Nationalmannschaft berufen wurde. Auf den Lorbeeren würde sie sich nun aber nicht ausruhen, da es erst

die erste Berufung für die A-Nationalmannschaft gewesen sei. Neben einigen Spielerinnen von Wolfsburger Seite sagte sie, dass sie sich auch von der technisch versierten Maroszán etwas abschauen wolle.

 

Ende Februar geht es für die deutsche Nationalmannschaft in die USA zum SheBelieves Cup. Davor geht es für die Hoffenheimer Frauen in der

kommenden Woche allerdings zum 1. FFC Frankfurt. Bei den Hessinnen, die in der Tabelle vor der TSG stehen, sei es wichtig, die gegen Wolfsburg

gezeigte Leistung wieder zu bringen, um sich so möglichst mit drei Punkten in die Länderspielpause zu verabschieden.

 

Aufstellungen:

 

TSG 1899 Hoffenheim:

27 Abt, 2 Linder, 8 Rall, 12 Breitner (C) (78. 28 Waßmuth), 13 Hartig (46. 10 Beck), 16 Billa, 19 Steinert, 21 Pankratz, 26 Howard, 32 T. Dongus,

33 F. Dongus (69. 6 Lattwein)

 

VfL Wolfsburg:

1 Schult, 3 Jakabfi (63. 30 McLeod), 4 Fischer (C), 7 Gunnarsdottír, 8 Peter, 9 Blässe, 11 Popp, 16 Maritz, 21 Dickenmann, 22 Harder (88. 5 Pires Neto),

26 Hansen (81. 19 Minde)

 

Schiedsrichterin: Appelmann (Alzey)

Assistentinnen: Menke, Car

Vierte Offizielle: Michel

 

Tor: 0:1 15. 22 Harder

 

Zuschauer: 800

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