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Der kleine SV Sandhausen durfte erstmals in der fünfjährigen Zweitligazugehörigkeit den Spieltag beschließen. Zu Gast war am Montagabend der Hamburger Verein St. Pauli. Im Vergleich zu den Partien der Vorwoche mussten beide Trainer die Mannschaften umstellen. Sandhausen stellte zum Teil verletzungsbedingt auf sechs Positionen um und spielte in einem 4-4-2-System, die Gäste aus der Hansestadt änderten ihre Startelf auf zwei Positionen um - Einer davon infolge einer Verletzung.
Direkt von Beginn an zeichnete sich eine muntere Partie ab, in der beide Mannschaften ihr Glück in der Offensive versuchten. Die erste Chance ergab sich für die Gäste. In der elften Spielminute ließ Buchtmann zunächst zwei Gegenspieler im Sandhäuser Strafraum stehen, wurde in höchster Not allerdings von Klingmann am Torschuss gestört. Zunächst wirkten die Gastgeber etwas verunsichert, konnten sich aber ebenso schnell wieder fangen. Eingeleitet durch einen perfekt getimten Schnittstellenpass von Stiefler war Vunguidica frei vor Torhüter Himmelmann, doch der Schlussmann ging als Sieger aus dem Duell hervor (15.). Der Keeper war rechtzeitig herausgelaufen und vereitelte so den Torschuss des SVS-Offensivspielers.
Nun flachte die Partie ab. Es dauerte bis in die 43. Spielminute, ehe sich Derstroff im Mittelfeld durchsetzen konnte. St. Pauli bekam hierbei keinen Zugriff, konnte allerdings die Mitte dichtmachen
und so eine Torgelegenheit verhindern. Vor der Halbzeit kamen aber ebenfalls die Gäste zu einer
Gelegenheit. Møller Dæhli konnte aus knapp 18 Metern zentral vor dem Sandhäuser Tor abziehen,
der Ball wurde zu einer Ecke abgefälscht (44.). Die Ecke hätte um ein Haar noch zu einem Torerfolg
für die Hanseaten geführt. Nehrig kam innerhalb des Fünfmeterraumes zum Abschluss, zog aber
genau auf Schuhen ab, der dadurch keine andere Chance hatte als den Ball zu halten (45.). So blieb
es bei dem torlosen Halbzeitergebnis.
Kaum hatte der zweite Durchgang begonnen, kam es zu einem Aufreger. Paqarada beging im Mittelfeld ein taktisches Foul. Schiedsrichter Schmidt pfiff ab, doch hatte sich ein Vorteil für die Hamburger ergeben, der damit zurückgepfiffen wurde (49.). Fast im Gegenzug ergab sich erneut eine Schusschance für die Hausherren. In der 51. Spielminute zog Förster aus der Distanz ab, Himmelmann kam aber rechtzeitig mit beiden Fäusten an das Spielgerät und konnte so zu einer Ecke klären.
Die nächste Torgelegenheit ergab sich erneut für die Kurpfälzer. Nach Vorarbeit des eingewechselten Sukuta Pasu zog Klingmann aus halbrechter Position im Strafraum ab, das runde Leder fand den Weg allerdings nicht in das Tor der Gäste (69.). Erneut wurde es zäh. Hatten sich die über 8.500 Zuschauer bereits mit einem Remis abgefunden, da zappelte der Ball doch noch im Tor. Nach einer Ecke, die der eingewechselte Daghfous herausgeholt hatte, landete der Abpraller bei Stiefler. Dieser zog aus der Distanz ab und versenkte den Ball in den Maschen des Gästetores. Die späte Führung (80.).
Das Tor sollte es aber nicht gewesen sein. Es lief gerade die 90. Spielminute, da konnte Karl den Ball nicht klären. Von der linken Seite gelangte das Spielgerät so zentral zu Schneider, der sich drehte und für die Gäste spät zum Ausgleich traf. Um ein Haar hätte der SVS doch noch den Siegtreffer erzielt, nach Vorarbeit von Paqarada, der von der linken Seite eine Flanke auf rechts schlug, schoss Klingmann aber links am Tor vorbei (90.+2). So blieb es beim leistungsgerechten Remis. Für die Kurpfälzer geht es am Samstag zur SpVgg Greuther Fürth. Auch wenn die Franken unter der Woche in der zweiten Runde des DFB-Pokals antreten müssen, so gilt es auch bei der Mannschaft vom Tabellenende die eigenen Stärken auszuschöpfen. Torjäger Wooten könnte womöglich wieder im Kader stehen. Zuletzt hatte er bereits wieder mit der Mannschaft trainiert.
Aufstellungen:
SV Sandhausen:
16 Schuhen, 5 Seegert, 6 Linsmayer (46. 23 Karl), 19 Paqarada, 20 Vunguidica, 21 Stiefler, 24 Klingmann (C), 26 Ibrahimaj (68. 8 Daghfous), 28 Förster,
34 Knipping, 37 Derstroff (63. 10 Sukuta Pasu)
FC St. Pauli:
30 Himmelmann, 3 Sobiech, 6 Avevor, 7 Nehrig (C) (58. 29 Schneider), 10 Buchtmann, 11 Allagui, 14 Møller Dæhli (76. 8 Dudziak), 15 Buballa, 19 Zander,
23 Flum (87. 2 Schoppenhauer), 28 Sobota
Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart)
Assistenten: Osmanagic, Martenstein
Vierter Offizieller: Zorn
Tore: 1:0 80. 21 Stiefler, 1:1 90. 29 Schneider
Zuschauer: 8.514