Das sechste Aufeinandertreffen zwischen Sandhausen und Bielefeld hätte womöglich nicht zu einem schlechteren Zeitpunkt kommen können. Nach vier Unentschieden und vier Niederlagen in den letzten acht Spielen wartet die Mannschaft um Trainer Kocak länger als gewünscht auf einen Sieg. Bielefeld hingegen konnte unter dem neuen Trainer sieben von neun möglichen Punkten holen. Auch die Bilanz aus den letzten fünf Aufeinandertreffen konnte nicht für viel Erheiterung sorgen. Dreimal hieß der Sieger nach 90 Minuten Arminia Bielefeld, nur einmal SV Sandhausen. Zudem wurden einmal die Punkte geteilt. Positiv allerdings ist, dass der SVS in den letzten beiden Spielen kein Gegentor kassierte, erzielte aber auch keines. Unter der Woche in Hamburg aber schaffte es die Mannshaft vom Hardtwald trotz 79 Minuten in Unterzahl.
In der Kurpfalz gibt es aber neben den unglücklichen Aspekten auch Topwerte in der Liga. Mit 15 verschiedenen
Torschützen steht der SVS aber gemeinsam mit Stuttgart und Nürnberg auf Platz 1. Auch bei den Kontertoren
ist die Mannschaft aus der Kurpfalz fast ganz oben. Sieben Mal trafen die Sandhäuser nach einem Konter. Nur
einmal weniger als der 1. FC Nürnberg. So ist es auch bei den Treffern in der Anfangsviertelstunde. Mit neun
Treffern zu Spielbeginn folgt Nordbaden unmittelbar nach den „VfB’lern“ aus Stuttgart (11). Doch auch der
Deutsche Sport Club von der Alm muss sich in der Offensive nicht verstecken. Mit 18 Standardtreffern und
einer 22 Prozentigen Flankengenauigkeit stehen die Arminen jeweils auf Platz zwei im Ligaranking.
Während die Bielefelder mit 45 Gegentoren am öftesten hinter sich greifen mussten, so steht der SVS bei
28 Gegentreffern (Platz 4) und auch kein einziges Kontergegentor ist Ligaspitze. Dafür aber gingen vier Partien
ohne elf Sandhäuser Spieler auf dem Platz zu Ende. Genauso oft wie beim Karlsruher SC und damit
Ligaschlusslicht.
Vor dem Spiel allerdings ein Lichtblick beim SVS. Der Top-Torschütze der Kurpfälzer, Wooten, stand erstmals
wieder in der Startelf von Trainer Kocak. Dieser stand bereits nach elf Minuten im Fokus. Nach einer Ecke von
Karl kam der Stürmer an den Ball, zog auf das Tor ab, doch ein Gegenspieler war seiner und der Ansicht seiner
Mitspieler regelwidrig am Spielgerät. So hätte es in den Augen der Sandhäuser einen Strafstoß geben sollen.
Schiedsrichter Dr. Thomsen aber entschied auf eine weitere Ecke. Anders auf der Gegenseite. Als Knaller
gegen Yabo retten musste traf er den Ball, in den Augen des Unparteiischen allerdings auch den Gegenspieler.
So gab es auf der Gegenseite einen Strafstoß (15.). Voglsammer trat an, verlud Knaller und traf in die linke
Torhälfte (17.). Der sechste Saisontreffer des Angreifers des DSC.
Infolge des Treffers wurde es etwas hitzig, ohne allerdings großartig unfair zu werden. Nach einer Ecke für
den SVS brandete kurz Jubel auf, da das Spielgerät im Tor der Gäste zappelte. Dieser Jubel hielt aber nur kurz,
da das Schiedsrichtergespann auf Abseits entschied. Eine Situation, die auch an der Außenlinie kurz zwischen
Kocak und dem vierten Offiziellen Steffens besprochen wurde (30.). Durch die Partie, in der der Schiedsrichter
nun mehrere gelbe Karten verteilt hatte, zwang Gästetrainer Saibene zu einem frühen Wechsel. Staude, der um
ein Haar die gelb-rote Karte gesehen hätte, nachdem er direkt nach dem Foul, für das er verwarnt wurde, erneut
ein gelbwürdiges Vergehen beging, wurde durch Putaro ersetzt. Ohne weitere Treffer ging es so mit einer
1:0 Führung für die Gäste in die Halbzeitpause.
Kaum hatte die zweite Hälfte begonnen, konnten die Gäste nachlegen. In der 55. Spielminute erzielte
Voglsammer sein zweites Tor in das lange Toreck. Zuvor lag aber Kister mit Schütz am Boden. Der Sandhäuser
hatte auf einen Pfiff von Schiedsrichter Dr. Thomsen gewartet, doch dieser kam nicht.
Es geschah längere Zeit wenig in den Strafräumen beider Mannschaften. Erst in der Schlussviertelstunde gab es
einen Eckball für die Gäste, der Ungemach brachte. Dem SVS gelang es nicht das Spielgerät zu klären. So stand
Börner goldrichtig und musste nur noch einnicken. Das 3:0 für die Gäste aus Bielefeld (75.). Die Mannschaft vom
Hardtwald aber gab ob des Rückstandes nicht auf und spielte weiter nach vorne. Wooten bediente von der
rechten Seite Höler in der Strafraummitte, doch dieser schoss genau auf Torhüter Davari. Auch der Nachschuss
des eingewechselten Kosecki war nicht von Erfolg geprägt (85.).
Die letzte Szene des Spiels gehörte dann den Gastgebern. Nach einer Ecke für den SVS war Karl optimal
positioniert und schob zum 1:3 ein (90.). Für Geschäftsführer Schork und Präsident Machmeier waren „die beiden
klaren Fehlentscheidungen innerhalb von fünf Minuten“ der Wegbereiter für die Heimniederlage, die die
Sandhäuser zu Saisonschluss noch einmal mitten in den Abstiegskampf hineinzieht. Am Ostersonntag ist der
kleine Club aus der Kurpfalz bei den Löwen aus München zu Gast. Nun gilt es bei 1860 die Serie aus nun neun
Spielen ohne Sieg zu durchbrechen.
Aufstellungen:
SV Sandhausen:
1 Knaller, 8 Wooten, 9 Höler, 14 Kister, 19 Paqarada, 23 Karl, 24 Klingmann, 30 Pledl (62. 11 Kuhn),
31 Kulovits (C), 35 Lukasik (70. 22 Vollmann), 37 Derstroff (77. 13 Kosecki)
Arminia Bielefeld:
34 Davari, 3 Behrendt, 6 Schütz, 13 Börner (C), 17 Hemlein, 19 Prietl, 21 Voglsammer (68. 16 Brandy),
23 Dick, 25 Yabo (58. 9 Klos), 28 Hartherz, 32 Staude
Schiedsrichter: Dr. Thomsen (Kleve)
Assistenten: Reichel, Jolk
Vierter Offizieller: Steffens
Tore: 0:1 17. 21 Voglsammer (FE), 0:2 55. 21 Voglsammer, 0:3 75. 13 Börner, 1:3 90. 23 Karl
Zuschauer: 5.099