Alt gegen Jung am Dienstagabend im Kraichgau. Nagelsmann (29 Jahre) als jüngster Bundesliga-Trainer trat gegen Ancelotti (57 Jahre) und den damit ältesten Bundesliga-Trainer an. Noch nie hatten die Kraichgauer gegen die Münchner gewinnen können. Die vier letzten Partien in der Rhein-Neckar-Arena endeten allesamt zugunsten des Ligaersten. Doch die Heimserie der Hoffenheimer mit 13 Spielen ohne Niederlage vor den eigenen Fans ließ hoffen. Sollte nach Leverkusen die nächste Mannschaft bezwungen werden, gegen die zu Hause noch nie ein Sieg herausspringen konnte?
Vor dem Spiel tippte das Sinsheimer Stadtoberhaupt Albrecht auf einen 2:1 Sieg und gestand, dass er sich noch geistliche Unterstützung zu dem Spiel mitgenommen hatte. Der Assistenztrainer des DFB hingegen wollte sich zu keinem Tipp hinreißen lassen. Die Hauptsache war für Sorg, dass beide Mannschaften ein super Spiel abliefern würden.
Das Spitzenspiel hielt von Beginn an, was es vor der Begegnung versprochen hatte. Doch nicht die Münchner Bayern waren es, die den Ton angaben, sondern die Kraichgauer von der TSG. Bereits in der zweiten Spielminute war es Demirbay, der Kramaric durch die Schnittstelle bediente. Ehe der Kroate aber zum Torschuss kam warf sich Rafinha dazwischen und konnte so zur Ecke klären. Doch die Hoffenheimer ließen nicht nach. So war es auch in der siebten Minute 1899, die sich in der Offensive versuchten, doch die Flanke von Toljan, der über die rechte Angriffseite kam fand Wagner nicht.
Wieder war es Kramaric, der sich in der Offensive zeigte. Von der Strafraumkante zog er ab, doch der Ball
ging knapp am linken Pfosten vorbei (8.). Nun ging es Schlag auf Schlag. Nachdem der omnipräsente
Kramaric Amiri bedient hatte und Ulreich parieren konnte, nahm der sonst zurückhaltende Deutsch-Afghane
die Fans mit und animierte diese die TSG anzufeuern (9.).
Nun ging es auch für die Gäste in Richtung des gegnerischen Tores. Süle gab sich in Minute 11 allerdings
als Spielverderber und kam zwischen den Schuss von Lewandowski und wehrte so zu einer Ecke ab.
München versuchte es weiter. In der 14. Spielminute konnte Alaba eine Flanke auf Vidal schlagen, der frei
am langen Pfosten positioniert war. Der Chilene musste artistisch an den Ball gehen um diesen in Richtung
des Tores zu bringen, doch schaffte er dies nicht. Das Spielgerät flog am Tor vorbei.
Die beiden Offensivaktionen rief Vogt auf den Plan. Als der Ball in den Händen von
Baumann verweilte zeigte er seinen Mitspielern an ruhig zu bleiben. Dies zeigte seine erhoffte Wirkung. Eine
Flanke in den Strafraum wurde zunächst von Hummels geklärt, landete dann allerdings bei Kramaric. Dieser
legte sich den Ball zunächst etwas vor und zog dann ab. Ulreich war zwar noch am Ball, doch er konnte den
Einschlag im Tor nicht verhindern. Das 1:0 für die Gastgeber (21.).
Per Distanzschuss versuchte sich der Ligaprimus, doch das Spielgerät flog am Tor vorbei (24.). Auf kleinster
Fläche schafften es die Hoffenheimer gegen den FCB durchzukommen. So wurde der Ball von Kramaric auf
Demirbay durchgesteckt, doch der Hoffenheimer scheiterte am Torhüter der Bayern (40.). Kurz vor der Pause
lief die TSG allerdings in einen Konter. Ein Distanzschuss von Zuber wurde abgefangen und Alaba über links
geschickt. Der österreichische Nationalspieler konnte auch die Flanke auf Lewandowski schlagen, doch
Baumann und die Latte verhinderten den Ausgleich in der 45. Minute. So ging es mit einer verdienten Führung
für die Hausherren in die Pause.
Nach dem Pausentee taten sich die Hoffenheimer zunächst etwas schwerer und konnten nicht ausreichend für
Entlastung sorgen. Als Robben den Ball am Strafraum querlegen konnte, zog der Pole mit seinem rechten Fuß
ab, doch das runde Leder wurde zu einer Ecke abgelenkt, die nicht für Gefahr sorgte, da Baumann zur Stelle
war (55.). Bayern schaffte es nun immer besser in das eigene Spiel zu kommen und sich so Offensivchancen
zu erarbeiten. So versuchte es Vidal in der 66. Spielminute von der rechten Strafraumkante aus, doch sein
Schuss ging links am Tor der Hoffenheimer vorbei.
Nun kam es gar zu einer Doppelchance für die Gäste aus Oberbayern. Zunächst scheiterte der eingewechselte
Ribery an Baumann, der den Ball zu einer Ecke abwehren konnte, dann klärte Rudy am langen Pfosten (73.).
Vier lange Minuten zeigte der vierte Offizielle als Nachspielzeit an, die sich deutlich länger angefühlt hatten. So
zumindest Verteidiger Hübner. Um ein Haar wäre auch noch der Ausgleich gefallen, doch Süle lenkte den
Schuss von Lewandowski ab (90.+3).
So blieb es beim 1:0 und damit dem ersten Sieg der Hoffenheimer gegen den großen FC Bayern München.
18 Anläufe hatte es bedurft, ehe Mäzen Hopp auch einen Sieg gegen den Rekordmeister bejubeln durfte. So
war es auch kaum verwunderlich, dass der Gönner des Kraichgau-Clubs überglücklich in Richtung der Kabine
schritt.
Aufstellungen:
TSG 1899 Hoffenheim:
1 Baumann, 6 Rudy (C) (75. 23 Terrazzino), 13 Demirbay (62. 16 Schwegler), 14 Wagner (62. 28 Szalai),
15 Toljan, 17 Zuber, 18 Amiri, 21 Hübner, 22 Vogt, 25 Süle, 27 Kramaric
FC Bayern München:
26 Ulreich, 5 Hummels,8 Martinez, 9 Lewandowski, 10 Robben, 13 Rafinha, 14 Alonso, 23 Vidal,
27 Alaba (75. 18 Bernat), 29 Coman, 35 Sanches (71. 7 Ribery)
Schiedsrichter: Stegemann (Niederkassel)
Assistenten: Fischer, Storks
Vierter Offizieller: Kleve
Tor: 21. 27 Kramaric
Zuschauer: 30.150 (ausverkauft)