Die Partie Tabellenachte gegen Tabellenzehnte war eine Richtungsweisende. Mit einem Sieg hatte die Ehrmann-Elf die Möglichkeit Abstand zu den unteren Tabellenplätzen zu schaffen, mit einer Niederlage würden die Spielerinnen um Trainerin Greulich an den Kraichgauerinnen vorbeiziehen.
Von Beginn an zeigte sich ein gepflegtes Fußballspiel. Die Jenaerinnen pressten früh und setzten so die TSG-Defensive unter Druck. Der erste Torschuss erfolgte durch die Gäste aus Thüringen, doch der erste Distanzschuss wurde von Tufekovic im Nachfassen pariert (8.). Ähnlich gefährlich wurde es in der 12. Spielminute. Moser steckte den Ball mustergültig zu Billa durch, doch die österreichische Offensivspielerin traf nach dem Umkurven von Torfrau Längert nur das Außennetz.
Auch die nächste Torgelegenheit ergab sich durch die Tirolerin. Über die linke Angriffseite per Flanke gesucht kam sie zum Kopfball, doch das Spielgerät flog am Tor vorbei (29.). Auch in der 33. Spielminute war es Billa, die von der Strafraumkante zu einem Torabschluss kam. Längert verhinderte aber den Einschlag im Tor und wehrte zu einer Ecke ab. Auch mit dem Aluminium am
eigenen Tor waren die Kraichgauerinnen im Bunde. Der Schuss von Vonkova landete – für die
Hausherrinnen glücklich – am Außenpfosten (38.). So ging es ohne Treffer in die Halbzeitpause
Die erste Torgelegenheit im zweiten Durchgang gab es für die Gäste. Der Torschuss ging aber
über das Tor von Tufekovic (54.). Dann waren wieder die Hausherrinnen am Drücker. Zunächst legte
Billa den Ball auf Beck zurück, doch der Schuss wurde von Längert gehalten (58.). Auch Billa war
erneut das Glück nicht hold. In der 59. Minute setzte sie zum Torschuss an, doch das Spielgerät
flog am Tor vorbei.
Um ein Haar dann doch der Torjubel. Beck schlug eine perfekt getimete Flanke auf Moser, die den
Ball im Strafraum direkt auf das Tor schoss, doch das runde Leder flog knapp am linken Pfosten
vorbei (75.). Wurde es im weiteren Spielverlauf für Tufekovic etwas ruhiger, so war sie in der
80. Spielminute gefordert. Einen Distanzschuss von Kapitänin Arnold aber konnte sie ohne Probleme,
und damit die Null halten. Sollte es bei einem Torlosen Remis bleiben? Kaum hatten die letzten
Minuten der Partie begonnen, bekamen die Kraichgauerinnen einen Handelfmeter zugesprochen.
Woeller berührte das Spielgerät im Strafraum regelwidrig und so zeigte Schiedsrichterin Wacker auf
den Punkt (82.). Moser legte sich den Ball zurecht, lief an und versenkte den Ball aus Schützensicht
links unten im Tor (83.). Der erste Saisontreffer der schweizerischen Nationalspielerin. Die letzte
Gelegenheit des Spiels hatte die eingewechselte Luis, die per Seitfallzieher Tufekovic prüfte, aber
nicht überwinden konnte.
So blieb es wie im Hinspiel bei einem 1:0 Sieg für die Hoffenheimerinnen. Torschützin Moser gestand,
dass ihr ein „100 kg Stein vom Herz gefallen ist“. Der Umstand, dass die TSG nun seit zwei Spielen
defensiv die Null halten konnte, sieht die routinierte Spielerin als positiv für das bevorstehende
Auswärtsspiel bei Wolfsburg. Zudem könnte das Champions League Spiel, dass die Wölfinnen zuvor
noch in Lyon bestreiten und einen 0:2 Rückstand aufholen müssen, als Vorteil für die Mannschaft um
Trainer Ehrmann auswirken.
Aufstellungen:
TSG 1899 Hoffenheim:
1 Tufekovic, 4 Demann, 5 Specht (70. 12 Breitner), 7 Moser (C), 10 Beck, 11 Zeller (76. 28 Waßmuth),
13 Hartig (59. 17 Evels), 16 Billa, 21 Pankratz, 26 Howard, 32 T. Dongus
FF USV Jena:
24 Längert, 4 Woeller, 6 Utes, 10 Hearn (84. 8 Luis), 11 Vonkova, 13 Heinze, 14 Dolores Silva,
21 Herrmann (46. 7 Rudelic), 22 van den Heiligenberg, 27 Hausicke, 31 Arnold (C)
Schiedsrichterin: Wacker (Marbach am Neckar)
Assistentinnen: Joos, Adelsberger
Tor: 1:0 83. 7 Moser
Zuschauer: 770