Nach Spielende in Freiburg haben wir mit einigen Spielern sowie Sportdirektor Rosen gesprochen.
Sportdirektor Rosen:
Wir haben – finde ich – fußballerisch eine klasse Leistung geboten. Die Mannschaft war bissig und gut, der Gegner hat Spitzen gesetzt, wie es eigentlich sonst eine Auswärtsmannschaft tut, waren da gefährlich, haben den Elfmeter gekriegt, der berechtigt war, so mussten wir nachlaufen aber es war wirklich ein gutes Spiel für uns und ich hätte gerne einen dreier genommen, aber den einen nehmen wir.
Generell freut es mich für den Andrej (Kramaric), wir haben ja jetzt über ein paar Wochen das Problem bei ihm gehabt, dass er mit seiner Ferse wirklich starke Schmerzen hatte, unter der Woche kaum trainieren konnte oder eingeschränkt, musste sich ein Loch in den Schuh schneiden. Es ist immer noch nicht weg bei ihm, er merkt es noch, aber wir merken, dass es ihm eigentlich Woche für Woche bessergeht und dann kommt bei ihm auch wieder die Leichtigkeit und Spielfreude, das hatte er bisher in den Einwechslungen angedeutet, heute war er wieder dran und das ist nicht nur in der Aktion (das Tor) hat er heute mehrfach – glaube ich – außergewöhnliche Qualitäten gezeigt.
Das ist eine Qualität bei uns. Es gibt nicht nur den einen Spieler, der fünf plus Tore hat, wir haben nicht den, der 20 schießt, sondern wir haben halt vier, die fünf aufwärts schießen, plus torgefährliche Mittelfeldspieler. Wir haben einen kleinen, ausgewogenen Kader mit Spielern, die liefern. So breit ist unser Kader nicht, ich würde aber sagen, dass er aber qualitativ sehr ausgewogen ist. Eine starke, engagierte Leistung von Wagner. Es wurde auch versucht, ihn ein, zwei Mal aus der Ruhe zu bringen, bei einem klaren Foul gab es dann einen Freistoß, aber er lässt sich da nicht aus der Ruhe bringen.
Kapitän Rudy:
Ich glaube, dass wir heute über das Spiel dominanter waren als der Gegner, ich denke wir hatten mehr Ballbesitz, mehr Ansatzchancen. Klar wäre es nicht schlecht gewesen, wenn wir in der ersten Halbzeit mit 1:0 in Führung gehen, durch die klaren Chancen, die wir hatten, aber ich denke wir haben heute trotzdem ein gutes
Spiel gemacht und verdient einen Punkt geholt. Ein Superschuss von Kramaric, der hat genau gepasst, kein
Blatt mehr dazwischen, Superschuss.
Freiburg hat eine sehr starke Mannschaft. Ich glaube, dass sieht man in dieser Saison, dass sie viele Spiele
gewonnen haben, guten Fußball spielen und ihre Qualitäten haben. Wir mussten die ganze Zeit wachsam
bleiben, wachsam sein und sind dann einmal durchgekommen, wo es zum Elfmeter führt. Wichtig war, dass
wir dann direkt den Ausgleich gemacht haben. Wir haben diese Woche mehrere Formationen trainiert, weil
wir wussten, dass die gegnerische Mannschaft gut aufgestellt ist. Wir wollten in alle Möglichkeiten taktisch
reagieren können und das haben wir dann gemacht.
Wir haben über die 90 Minuten taktisch sehr gut gespielt und in der zweiten Halbzeit hat das kleine Prozent vor
dem Tor gefehlt. Das analysieren wir jetzt, schauen wir mal, was wir alles noch falsch gemacht haben und es
kommen bestimmt noch ein paar Sachen hinzu, aber es war eine ganz gute Leistung. Wir haben gut gespielt,
nur das Tor hat gefehlt, wieso soll man da enttäuscht sein? Nächste Woche geht es weiter.
Wir haben jetzt einen Punkt geholt in Freiburg, das ist auch nicht so schlecht und jetzt geht es nächste Woche
wieder in das Heimspiel gegen Leverkusen. Wenn das Stadion voll ist und die Leute kommen, dann ist es immer
schön, ob es auswärts oder zu Hause ist, zu Hause natürlich schöner.
Mittelfeldmann Demirbay:
Ich denke es war heute mehr drin, wenn man den Spielverlauf sieht, wäre hier mehr drin gewesen. Somit können
wir auch zufrieden sein mit dem Punkt. Wir haben ein sehr sehr gutes Spiel abgeliefert, taktisch sehr diszipliniert
gespielt, nur in der letzten Linie hat uns ein Stück weit der letzte Punch gefehlt. Ich denke im Großen und
Ganzen können wir heute zufrieden sein. Es war ein Derby, es war giftig, es war Leidenschaft drin, in der einen
oder anderen Aktion war es ein bisschen härter oder sah zumindest hart aus, es ist Fußball, es ist kein
Kinderspiel, ein Derby.
Ich kriege oft einen drauf, ich werde oft hart rangenommen, ich denke die Kunst ist es dann trotzdem stehen zu
bleiben, immer wieder aufzustehen. Ich bin heute wieder mit zwei Prellungen aus dem Spiel gegangen, aber die
Kunst ist es immer wieder aufzustehen. Ich habe keine Probleme damit.
Ich freue mich auf jedes Spiel. Wir wissen, dass Leverkusen durch den Trainerwechsel einen neuen Schub in die
Mannschaft bekommen hat und dass sie individuell in den eigenen Reihen überragend sind. Das ist nichts
Neues. Wir erwarten einen sehr starken Gegner, wir müssen auf Top-Form sein. Aber ich denke jetzt ist es
erstmal wichtig ein bisschen runter zu kommen, dass wir gut regenerieren, das Spiel analysieren und dann geht
es für uns am Montag weiter.
„Quarterback“ Vogt:
Ich glaube unter dem Strich ist der Punkt ok. Wir waren über weite Strecken die überlegene Mannschaft, hatten
auch das Heft in der Hand, aber Freiburg ist zu Hause ein schwierig zu bespielender Gegner. Sie haben es uns
gerade in der letzten Linie schwergemacht und da hat uns der letzte Punch gefehlt, obwohl wir gerade in der
ersten Halbzeit die eine oder andere gute Abschlusschance hatten. Unterm Strich hat es leider nicht gereicht
und so nehmen wir den Punkt jetzt mit, ich denke er ist gerechtfertigt.
Für mich persönlich ist die gelbe Karte doppelt bitter, klar. Ich habe die vierte jetzt schon etwas länger gehabt,
gut irgendwann muss sie mal kommen, dass sie halt in Verbindung mit so einem doofen Elfmeter kommt, das ist
für mich persönlich sehr ärgerlich. Mir tut es auch leid für die Mannschaft, weil wir sowohl hinten als auch vorne
eigentlich einen sehr guten Job gemacht haben, aber solche Situationen passieren nun mal. Es ist ärgerlich,
aber das muss ich auch schnell wieder abhaken.
Der Trainer hat uns unter der Woche sehr gut vorbereitet, wir haben mehrere Sachen an die Hand bekommen und
ich glaube, dass die Mannschaft das auch sehr gut umgesetzt hat. Ich denke, dass ist auch eine Qualität der
Mannschaft, dass wir auch da inzwischen variabel sind, dass wir im Spiel auch einmal umstellen können, ohne
das da Qualität verloren geht. Ich denke es war einfach ein gutes Auswärtsspiel von uns. Freiburg ist keine
Laufkundschaft hier zu Hause und da müssen wir mit dem 1:1 auch mal leben können.
Kompliment an die Jung vorne, aber auch an die Jung hinten, weil wir eigentlich durchweg einen guten Job
gemacht haben. Da gibt es die eine Situation, die ist bitter, aber wir können schon auf die Leistung aufbauen.
Offensivspieler Terrazzino:
Gegen Manu (Gulde) das erste Mal in der Bundesliga gespielt zu haben war klar irgendwie ein schönes Erlebnis,
aber für mich persönlich etwas Schade, dass ich nur zehn Minuten gespielt habe, aber ich habe noch einmal
alles versucht und auch Haberer kenne ich aus der letzten Saison und es ist schön die Jungs zu sehen.
Hier ist immer eine super Stimmung. Ich habe hier leider zwei unglückliche Jahre gehabt, ich war nie richtig fit
und deswegen kam ich nie richtig in die Gänge, aber ich habe ein gutes Verhältnis zu den Spielern, zu den Fans
und die Freiburger Fans sind sowieso positiv, unterstützen die Mannschaft bis zur letzten Minute und das hat
man heute auch gemerkt.
Nächste Woche wird es natürlich sehr interessant gegen Leverkusen. Eigentlich ein starker Gegner mit einem
neuen Trainer und vor ausverkauftem Stadion und ich bin gespannt, wie wir das angehen werden und wie uns die
Fans unterstützen werden. Ich freue mich richtig auf das Spiel. Natürlich ist die fünfte gelbe Karte von Vogt bitter,
weil er ein Top-Spieler ist. Das hat er in der ganzen Saison gezeigt, wie wichtig er ist. Trotzdem müssen wir mit
allem rechnen, was passiert, daher haben wir auch einen breiten Kader und ich bin fest davon überzeugt, dass
egal wer da reinkommt, das auch gut spielen wird und von daher müssen wir einfach enger zusammenrücken.
Ohne Worte sage ich zu dem Tor. Das war sensationell! Ich habe es gerade noch einmal gesehen, besser kann
man es nicht machen, Traumtor! Er hat einen guten Schuss, er ist auch beidfüßig und nach innen ziehen und ins
lange Eck‘ schießen hat er auch schon im Training gemacht und heute im Spiel hat es super geklappt.
Abwehrspieler Süle:
Das 1:1 ist zu wenig. Ich glaube wir haben ein gutes Auswärtsspiel gemacht, haben viel an den Tag gelegt, was
uns der Trainer mitgegeben hat, haben mit einer Viererkette angefangen, konnten die Freiburger eigentlich auch
gut zustellen, konnten sie zu Fehlern zwingen, die wir leider nicht ausnutzen konnten, dann der blöde Elfmeter,
der denke ich berechtigt war, aber unnötig, wo wir dann erst wieder ausgleichen mussten, obwohl wir klar am
Drücker waren und die besseren Möglichkeiten hatten. Das Freiburg Qualität hat, das wussten wir, dass es hier
eklig ist zu spielen, das wussten wir auch, aber wir haben das heute super gemacht, ein gutes Auswärtsspiel
gemacht, aber uns leider nicht belohnt.
Bei dem Pfostenschuss von Freiburg hatten wir Glück, da war die Rückwärtsbewegung bei uns auch nicht gut,
wir wollten alle vorne bleiben und das Siegtor machen. Wir wussten was uns hier erwartet. Wir waren – denke
ich – klar die bessere Mannschaft, spielen den besseren Fußball und haben uns über außen auch gute
Chancen erarbeitet.
Wir versuchen jedes Spiel zu gewinnen und wenn wir nicht gewinnen, dann ist es immer ärgerlich. Es war
natürlich ein überragender Treffer, Andrej (Kramaric) hat es sich wieder hart erarbeitet, hätte heute vielleicht
sogar, zwei, drei Dinger machen können. Ich habe ihm in der Halbzeit gesagt, dass er einfach mal nur einen
Haken machen soll und dann schießen soll, das hat er sich dann zu Herzen genommen und dass er ihn dann
aber so reinmacht, das war für mich auch überraschend.
Wir haben einen breiten Kader, wir können rotieren, wir haben jede Position eigentlich doppelt gut besetzt, ich
denke, das werden wir auch auffangen. Hübner war auch schon gesperrt, haben wir auch super aufgefangen, wir
haben unglaubliche Qualität im Kader. Es passiert am Ende der Saison, dass jemand mal gesperrt ist, aber das
kriegen wir schon hin.
Torschütze Kramaric (aus dem Englischen übersetzt):
Der Moment vor dem Schuss war ein Moment der Inspiration. Wir waren mit 1:0 hinten und ich war nur auf den
Ball fokussiert. Ich hatte Gegenspieler vor mir und es war keine einfache Situation. Ich glaube ich hatte drei
Spieler um mich und habe mich dann für diesen Weg entschieden. Am Ende habe ich einen wunderschönen
Treffer erzielt. Darüber bin ich sehr glücklich. Es war eines der schönsten Tore in meiner Karriere und in der
Bundesliga. Über den Treffer bin ich glücklich, über das Ergebnis aber nicht so sehr.
Spiele wie dieses müssen wir gewinnen. Es ist nicht das erste Mal, wir hatten zuvor schon Spiele, die wir hätten
gewinnen müssen. Wäre dies der Fall, dann könnten wir noch mehr über die beste Saison in der Geschichte
träumen. Nach meinem Treffer hatte ich das Gefühl, dass wir das Spiel noch drehen können, aber dies hat am
Ende nicht geklappt.
Die Stimmung war gut, es waren tolle Fans, die Atmosphäre war schön. Natürlich wird es großartig sein zu
Hause vor ausverkauftem Haus zu spielen. Der Umstand, dass Leverkusen den Trainer gewechselt hat, wird
dazu führen, dass die Spieler motivierter sind. Jeder will sich zeigen und 100% geben. Da sie auch zu den
Top-Teams in der Bundesliga gehören, wird das Spiel dadurch sicherlich komplizierter.