Nach dem ersten Sieg in der Bundesliga gegen die „Schanzer“ standen uns einige TSG-Akteure Rede und Antwort:
Sportdirektor Rosen:
Ein deutlicher Sieg, bei dem es bis in die 60. Minute nicht zu erwarten war, dass es so deutlich wird. Wir haben uns sichtbar für alle – glaube ich – lange schwergetan Lösungen zu finden, wenn es hektisch wurde im Mittelfeld, wenn das Pressing der Ingolstädter eng war. Haben dann die Chancen, die sich hinten heraus massenweise geboten haben, nicht ergriffen. Das heißt also rausspielen aus der Verdichtung, wenn unsere Leute dann ins Tempo kommen. Nach dem Ausgleichstreffer haben wir das dann fast perfekt gespielt. Das war eine gefühlte Initialzündung bei der Mannschaft und im Stadion, dann ging’s ab und dann gab es etwa im Drei- oder Vierminutentakt die Einschussmöglichkeiten.
Ich sage es immer wieder. Es ist dann natürlich toll, wenn man dann solche Spieler bringen kann wie Kramaric. Wenn einer mal nicht trifft, dann kommt so einer. Es ist eine absolute Stärke. Da ist keiner beleidigt, da wird marschiert, da werden Akzente gesetzt. Am Schluss war es dann doch verdient, natürlich nicht erwartbar, dass es dann 5:2 heißt. In der 60. hätten da sicherlich wenige darauf gewettet.
Man kann nun für eine weitere Erstliga-Saison planen. Wir haben das gleiche Ziel wie vorher auch. Wir wollen in die Spiele gehen, um zu gewinnen, am besten jedes! Wenn das eintritt, wenn wir das umsetzen können, bleiben wir mindestens vierter. Das ist klar und das wäre natürlich schön. Da würde sich keiner dagegen wehren. Wenn ich das Gefühl hätte, dass wir für unsere Mannschaft ein explizites Ziel formulieren müssten - nach Außen - um ein paar Prozentpunkte herauszuholen, dann würde ich das wirklich machen, aber dieses Gefühl habe ich nicht! Wir haben heute wieder so ein Beispiel, dass wir nicht optimal in das Spiel kommen, dass wir etwas träge waren in der ersten Halbzeit, dass der Gegner es uns schwergemacht hat, aber die Jungs machen weiter. Das darf man auch nicht
vergessen. Es haben sich jetzt viele schwergetan gegen Ingolstadt. Frankfurt zu Hause, Gladbach, wenn diese
Handgeschichte nicht entsteht, wer weiß, wie es dann ausgeht. Und dann ist es trotzdem eine Qualität
dranzubleiben, beharrlich zu bleiben, weiterzumachen und sich dann zu belohnen. Und das ist eine sehr gute
Qualität unserer Truppe.
Die Anzahl der Zuschauer war steigerungsfähig, die Stimmung fand ich gut. Ich möchte an dieser Stelle ein Lob
aussprechen an die, die da sind und die dann auch verstanden haben, gerade in der Phase als wir 2:1 hinten waren,
mit dem Ausgleich, dann habe ich ja vorhin schon gesagt, das war schon eine gefühlte Initialzündung. Nicht nur in
unserer Truppe, sondern auch im Stadion. Da war dann Energie da, so wie es sein muss, da war dann auch Druck
da und mit einem Tor nach dem anderen, da lässt es sich auch leicht freuen.
Torschütze Rudy:
Ich denke, dass wir bis zur 60. Minute eine ganz gute Leistung gezeigt haben, aber ab der 60. Dann eine sehr gute
Leistung gezeigt haben und verdient gewonnen haben am Schluss. Der Schuss aus der Distanz hat in der Situation
einfach gepasst und dann habe ich gedacht, ich probiere es mal und das hat zum Glück funktioniert. Früher habe ich
das auch probiert, nur da ging er nicht rein.
Wir wollen weiter oben dranbleiben, das kann ich schon sagen, wir wollen weiterhin jedes Spiel gewinnen, in jedes
Spiel reingehen und das Spiel gewinnen und wie es dann am Ende reicht, wird man dann sehen. Wir stehen im
Moment sehr gut da, aber es sind noch viele Spiele zu spielen.
Ich denke, dass das Comeback von 1:2 auf 5:2 aussagt, dass wir nie den Kopf hängen lassen und das wir versuchen
jedes Spiel zu gewinnen, unsere Chancen nutzen wollen. Wichtig war natürlich auch, dass wir ein schnelles 2:2
gemacht haben und dann hat jeder gemerkt, wir gewinnen das Ding heute und dann ging es am Ende 5:2 aus.
Ex-Schanzer Hübner:
Das Tor ist etwas Besonderes, weil ich für Hoffenheim das erste Tor geschossen habe. Das ich nicht gejubelt
habe war dem Spielstand geschuldet aber natürlich auch, dass ich bei Ingolstadt gespielt habe, da brauche ich
dann auch nicht mehr durchs Stadion rennen. Ich habe erwartet, dass uns Ingolstadt vor diese Probleme stellt, weil
ich die Jungs sehr gut kenne und leider ist es auch so gekommen. Das muss man ganz ehrlich zugeben. Ich
denke aber, dass wir dann im Laufe des Spiels zunehmend bessere Lösungen gefunden haben gegen das Pressing.
Ich denke wir haben dann gut gespielt und dann hinten heraus die Tore erzielt.
Stand jetzt kucke ich gerne auf die Tabelle. Die „Europapokal“ Sprechchöre habe ich auf dem Platz ehrlich gesagt
gar nicht gehört. Ich bin im Spiel im Fokus und muss mich da auf viele andere Dinge konzentrieren.
Offensivspieler Terrazzino:
Gegen Groß habe ich ja schon in der zweiten Liga gespielt aber in der Bundesliga ist das nochmal etwas Anderes. Klar ist es etwas sehr Besonderes für uns gegeneinander zu spielen aber wir wollten heute unbedingt gewinnen, egal wie, das war das Wichtigste für mich und deswegen bin ich auch glücklich darüber.
Heute war ich etwas defensiver, habe also eher achter gespielt, aber das habe ich in der Vorbereitung auch schon gespielt und das hat mir eigentlich auch ganz gut gefallen. Klar war es ein bisschen schwierig reinzukommen, weil es in den ersten 60 Minuten eher ein wildes Spiel war und gerade für mich, ich bin ja keiner, der die ganze Zeit zwei Meter hochspringt, viel über zweite Bälle geht, sondern ich muss natürlich auch den Ball am Fuß haben und brauche natürlich mein Passspiel und mein Kombinationsspiel. Wir haben es dann besser gemacht und haben dann verdientermaßen gewonnen.
Klar gab es nach dem 1:2 eine Phase, in der man gedacht hat, dass es noch sehr eng werden könnte. Ingolstadt ist ohnehin sehr gut in der Verteidigung und das weiß man, aber wir haben trotzdem an uns geglaubt und auch mit einem super Standardtor zurück ins Spiel gekommen und dann hat man gemerkt, dass wir voll da waren und haben ein Feuerwerk abgeliefert. Es war richtig gut und jede Aktion haben wir dann gut nach vorne gespielt und dann vielleicht etwas zu hoch aber verdientermaßen gewonnen.
Wir sind vierter, wir spielen bisher eine gute Saison und wollen weiterhin natürlich das bestätigen, was wir schon gezeigt haben. Und natürlich, wenn wir da oben bleiben, wäre das super für uns. Es sind noch viele Spiele und es kann so schnell gehen, im Fußball ist alles so schnelllebig, deswegen sollten wir etwas ruhig bleiben.
Abwehrspieler Süle:
Ich habe die Szene noch gar nicht richtig gesehen. Ich glaube nur, dass Adam (Szalai) mit einem Gegenspieler vor mir gelaufen ist, beide den Ball verpasst haben und ich dann irgendwie überrascht war, den Ball gegen den Kopf bekomme und der Ball dann im Tor landet. Kann ich mir auch nicht ganz erklären. Umso besser, dass wir das noch gedreht haben und trotzdem verdient gewonnen haben. Jetzt sind wir verdient da oben haben auf Platz sieben noch etwas Luft und das war heute ein wichtiger Sieg. Harte Arbeit, umso glücklicher, dass es noch geklappt hat.
Ich habe schon die ganze Zeit gesagt, dass ich nach Europa will aber da gehört halt ein bisschen mehr dazu. Mein
Ziel ist es persönlich mich mit dem Erreichen des internationalen Wettbewerbs zu verabschieden. Ob das dann am
Ende klappt wissen wir alle noch nicht. Wir sind einfach froh, dass wir dieses Jahr eine super Saison spielen, denken
von Spiel zu spiel, geben jetzt so keine Ziele aus, sondern wollen einfach jedes Spiel gewinnen. Wenn wir jetzt jedes
Spiel gewinnen, dann sind wir in der Champions League. Für mich ist es der Wunsch, aber ich spreche das nicht
als Ziel aus.
Wir haben schon ein paar Mal in Freiburg gespielt, der Platz ist ein bisschen komisch, ein bisschen wie ein Viereck
und hat auch eine kleine Schräge drin. Es wird bestimmt wieder ein heißes Duell und ich freue mich darauf. Dort
müssen wir aber vor der 70. anfangen gut zu spielen und nicht erst ab der 70.! Der Freiburger Trainer Streich ist
schon eine Ikone in der Bundesliga, er macht auch etwas Betrieb an der Außenlinie, ich finde so etwas aber geil.
Joker Kramaric (aus dem Englischen übersetzt):
Ich bin heute zufrieden, da wir gewonnen haben. Gerade als wir den zweiten Gegentreffer kassiert haben, hatten wir ein paar Probleme. Diese haben wir aber gelöst und können daher die drei Punkte feiern. Es sind wichtige Punkte und wir mussten für diese arbeiten. Das ich zunächst draußen war, war die Entscheidung des Trainers. Ich bin glücklich, da ich immer mein Bestes geben will. Nicht jeder Tag ist wie heute, aber ich gebe alles für den Verein und ich hoffe, dass wir mehr Tage wie den heutigen haben werden.
Jeder spricht über die beste Saison der Vereinsgeschichte. Ich werde nicht Champions League oder Europa League sagen, aber wir werden alles versuchen und es ist alles möglich. Ich habe des Öfteren gesagt, dass wir eine Menge Potential haben, viele gute Spieler und alles ist möglich.
Ich habe nach dem 1:2 nicht damit gerechnet, dass wir mit 5:2 gewinnen werden. Im Moment des Gegentreffers besinnt man sich darauf nicht in Stress zu geraten und möglichst ruhig zu bleiben, da eine, zwei oder drei Chancen kommen. Dann ist es wichtig ruhig zu bleiben und den Treffer zu erzielen und das ist passiert. So endete es, wie es zu Ende gegangen ist.
Doppeltorschütze Szalai:
Insgesamt habe ich heute sehr viel Spielfreude gehabt. In den letzten Tagen habe ich schon gesehen, dass ich wahrscheinlich von Anfang an spielen werde. Das bei dem Treffer viel von mir abgefallen wäre, das kann ich so nicht
bestätigen. Ich bin ein Spieler, der die positiven Momente genießen kann und es gibt kein schöneres Gefühl, als wenn man ein Tor schießt, wenn man gemeinsam mit den Fans jubelt. Dass man nach einem Spiel auf den Zaun gerufen wird, das passiert auch nicht nach jedem Spiel, dafür bin ich auch sehr dankbar.
Nach meiner Rückkehr aus Hannover wusste ich, dass ich nicht die erste Wahl bin. Ich habe aber immer an mich selbst geglaubt und alles gegeben im Training oder auch im vergangenen Spiel, als ich reingekommen bin. Ich habe
immer versucht präsent zu sein und auch im Training präsent zu sein, weil ich weiß, der einzige Weg ist präsent zu
sein und an sich zu glauben. Irgendwann wird man dafür belohnt. So war das auch bei der EM. Dass ich heute noch
ein Tor machen könnte, daran habe ich die ganze Zeit geglaubt, ansonsten wäre ich kein Leistungssportler.