Kramaric machte gegen Darmstadt den Unterschied Foto: Fussball Media

„Schweres Spiel, schöner Sieg“ - Hoffenheim gewinnt gegen Darmstadt

 

Am 21. Spieltag der Fußball-Bundesliga stand das vierte Aufeinandertreffen zwischen der TSG Hoffenheim und Darmstadt 98 an. Trotz dem letzten Tabellenplatz der Gäste und 9 Auswärtsniederlagen, durften die Darmstädter auf eine positive Bilanz gegen die Kraichgauer zurückblicken. Von den drei bisherigen Partien konnten die Hessen ein Spiel gewinnen (2:0 Sieg in Hoffenheim) sowie zwei Spiele unentschieden gestalten (0:0 und 1:1 in Darmstadt).

 

Im Hinspiel führte die Mannschaft um Trainer Nagelsmann lange Zeit, ehe kurz vor Schluss der Ausgleich für die „Lilien“ geschossen wurde. Beide Trainer mussten noch vor dem Spiel umbauen. Für den angeschlagenen Uth kam Wagner nach Rotsperre zurück, für den zuletzt glücklosen Kramaric durfte Terrazzino von Anfang an ran. Zudem ersetzte Bicakcic den gelbgesperrten Hübner ebenso wie Milosevic für Sulu auf Darmstädter Seite.

 

Nach fünf Minuten herrschte etwas Durcheinander im TSG-Strafraum. Zunächst versuchte sich Heller aus spitzem Winkel, doch Baumann konnte abwehren. Der Ball landete bei Süle, der das Spielgerät aber nur hoch und nicht wegschießen konnte. So musste Vogt mit dem Kopf ran, bugsierte das runde Leder aber nur knapp an einem 98er vorbei, wonach die Situation dann bereinigt werden konnte.

 

Danach ging es auf der Gegenseite heiß her. Der ehemalige Darmstädter, Wagner, wurde in zentraler Position angespielt, doch brachte den Ball aus etwa vier Metern nicht an Schlussmann Esser vorbei (7.). Nun versuchten es die „Lilien“ per Konter. Der schnelle Heller wurde von Rosenthal über links geschickt, doch Süle per Grätsche und Baumann mit einer Parade konnten die Szene gemeinsam bereinigen (15.).

 

Ein weiterer Versuch zum Torerfolg für die Hausherren in der 19. Spielminute. Amiri passte in zentraler Position zu Zuber, der den Ball uneigennützig zu Wagner auf die gegenüberliegende Seite weiterleiten wollte, doch Esser konnte

halten. Wenn es spielerisch nicht klappte, so versuchte Amiri per Fernschuss sein Glück. Aus der Distanz verfehlte er

den rechten Pfosten aber denkbar knapp (24.).

 

Ein gepflegtes Fußball-Spiel wurde hüben wie drüben immer wieder durch ein Foul unterbunden. So Beispielhaft das

Einsteigen von Altintop gegen Rudy, nachdem dieser per Zidane-Trick am routinierten Lilien-Wintertransfer vorbeigehen

wollte (31.). Dieses Foul sorgte aber erneut für Gefahr im Strafraum der Darmstädter. Der Freistoß landete bei Vogt,

dieser leitete zu Amiri weiter, doch bei diesem Versuch ging der Ball deutlich über das Gästetor (31.).

 

98-Trainer Frings schien mit dem Spielverlauf unzufrieden. Bereits in der 33. Spielminute nahm er den ersten Wechsel

vor. Für Rosenthal, der noch den vielversprechenden Konter eingeleitet hatte, kam Vrancic ins Spiel. Das der

mannschaftliche Zusammenhalt bei den Kraichgauern trotz des Remis stimmt, zeigte sich in der 40. Minute. Ein

Zuspiel zu Terrazzino geriet Amiri zu steil, doch Wagner feuerte ihn umgehend an und richtete aufmunternde Worte an

den deutschen U21 Nationalspieler. Bis zur Halbzeit sollte nichts mehr passieren, wodurch es torlos in die Kabinen

ging.

 

Kaum hatte der zweite Durchgang begonnen, so versuchte sich Altintop per Distanzschuss, stellte Baumann durch

einen Schuss auf den Hoffenheimer Keeper vor keine unlösbare Aufgabe (47.). Kaum im Spiel war es dann Kramaric,

der fast nach Eckball das runde Leder im Tor untergebracht hätte, doch sein Kopfball ging deutlich rechts am Tor

vorbei (50.).

 

In der 52. Minute dann Jubel bei den „Hoffe“-Fans. Süle legte den Ball im Strafraum rüber zu Kramaric, der das

Spielgerät auch im Tor unterbrachte, doch bei dem Zuspiel befand sich der Kroate im Abseits. Nur drei Minuten später

tat sich dann ein weiterer Abwehrspieler hervor. Nach Vorarbeit von Heller rauschte Bicakcic an und verhinderte so

das Zuspiel in die Strafraummitte.

 

Wieder stand Wagner im Fokus. Durch eine direkt weitergeleitete Flanke durch Kaderábek verfehlte der Stürmer

denkbar knapp (60.) und auch einen Schuss von der linken Strafraumkante von Kramaric brachte nicht das

gewünschte Ziel. Der Ball wurde von Esser abgefangen (62.). Knapp 25 Minuten vor Spielende dann der ersehnte

Treffer für die TSG. Kaderábek spielte den Ball von der rechten Seite zu Terrazzino halbrechts vor den Strafraum.

Der Mannheimer fand die Schnittstelle, steckte den Ball zu Kramaric durch und der Offensivspieler netzte ein (64.).

 

Den Rückstand versuchte Altintop in der 71. Spielminute auszugleichen. Aus rund 35 Metern zog er ab, doch Baumann

hielt im Nachfassen. Die Partie lief weiter vor sich hin, ohne das eine Mannschaft zu einer Torgelegenheit kam. Als der

vierte Offizielle die vierminütige Nachspielzeit anzeigte, fühlte sich manch jemand an das Hinspiel in Darmstadt erinnert.

Damals führte die TSG ebenfalls mit 1:0, kassierte aber kurz vor Schluss noch den Ausgleich.

 

Die erste Minute der Nachspielzeit war fast gespielt, da wurde Rudy von Altintop regelwidrig von den Beinen geholt.

Schiedsrichter Dr. Brych ließ zunächst noch laufen, doch nachdem sich kein Vorteil für die Heimmannschaft ergab,

zeigte er auf den Punkt. Elfmeter kurz vor Schluss. Kramaric schnappte sich den Ball und trat vom Punkt an. Esser

sprang aus Torhütersicht in die rechte Ecke, doch der Kroate schoss geradeaus und versenkte so zum 2:0

Endstand (90.+3).

 

So gelang der TSG der erste Sieg gegen die Darmstädter. Kurz nach Spielende fasste Mäzen Hopp kurz und knapp

zusammen: „Schweres Spiel, schöner Sieg.“ Auch die Beteiligten äußerten sich erleichtert. Mit Blick auf 36 Punkte, die

die TSG in der zurückliegenden Spielzeit nach 34 Spielen hatte sammeln können, und dem Umstand, dass nun bereits

37 Zähler auf der Habenseite stehen, wollte sich aber Sportdirektor Rosen aber kein neues Saisonziel entlocken lassen.

„Wir wollen den Weg weitergehen. Es gibt keine Anzeichen in der Mannschaft jetzt nachzulassen. Wir haben seit

Februar letzten Jahres einen sehr erfolgreichen Weg bestritten. In der Bundesliga ist es wichtig immer nah am

Maximum zu spielen. Dies haben wir zum Beispiel in der zurückliegenden Woche verlassen.“

 

„Es war ein sehr schwieriges Spiel“, sagte Kaderábek nach Spielende. „Heute haben wir sehr gut gespielt.“ Auf den

Pass auf Terrazzino, der den Führungstreffer eingeleitet hatte, sagte der zurückhaltende Nationalspieler aus

Tschechien: „Ja, das war ein guter Pass von mir.“ Im gleichen Atemzug lobte er aber ebenfalls die Leistung von

Terrazzino und Kramaric bei dem Treffer. Zu guter Letzt fügte er noch ein Ziel an: „Wir müssen vierter bleiben!“ Dieses

Ziel war aber nicht ausschließlich auf den Tabellenplatz bezogen, sondern auch auf die Konstanz. „Nicht mal auf Platz

vier, dann auf Platz sechs“, führte er noch an.

 

Aufstellungen:

 

TSG 1899 Hoffenheim:

1 Baumann, 3 Kaderábek, 4 Bicakcic, 6 Rudy (C), 13 Demirbay (49. 27 Kramaric), 14 Wagner, 17 Zuber,

18 Amiri (74. 8 Polanski), 22 Vogt, 23 Terrazzino (65. 28 Szalai), 25 Süle

 

SV Darmstadt 98

31 Esser, 3 Milosevic, 7 Fedetsky, 8 Gondorf (75. 17 Sirigu), 10 Rosenthal (33. 6 Vrancic), 15 Boyd (56. 16 Colak),

18 Niemeyer (C), 20 Heller, 32 Holland, 33 Sam, 34 Altintop

 

Schiedsrichter: Dr. Brych (München)

Assistenten: Borsch, Lupp

Vierter Offizieller: Stegemann

 

Tore: 1:0 64. 27 Kramaric, 2:0 90.+3 27 Kramaric (FE)

 

Zuschauer: 29.013

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